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27. Gernsbacher Puppentheaterwoche

21. bis 28. März 2015

Die Papiermacherstadt Gernsbach im Murgtal steht zwei Wochen vor Ostern wieder ganz im Zeichen des Puppentheaters. Bereits zum 27. Mal heißt es eine Woche lang "Vorhang auf und Bühne frei" für ein generationenübergreifendes, spannendes Programm. In diesem Jahr steht die Puppentheaterwoche ganz im Zeichen des Papier- und Zimmertheaters.

Dazu wird nicht nur im Foyer der Stadthalle eine Ausstellung zu dieser speziellen Kunstform zu sehen sein. Ein Novum ist, dass wir nur wenige Meter unterhalb der Stadthalle, im Chateau Prison, Papier- und Zimmertheater in kleinem Rahmen präsentieren werden. Bühnen aus ganz Deutschland und der Schweiz zeigen in diesem Jahr bei insgesamt 38 Vorstellungen die scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten des Puppentheaters, für die passionierte Fans von weit her ins Murgtal anreisen.

Einige Abendveranstaltungen sind bereits ausgebucht, für viele Vorstellungen gibt es aber noch Eintrittskarten. Schnell sein lohnt sich also.

Die Aufführungen finden in der Stadthalle Gernsbach, Badener Straße 1, statt. Papier- und Zimmertheater wird in den Räumlichkeiten des Chateau Prison, Hepplerstr. 3, präsentiert, nur wenige Meter unterhalb der Stadthalle. Nutzen Sie für die Anreise die Stadtbahn S41 und S31. Vom Haltepunkt Gernsbach Mitte sind es nur wenige Minuten zu Fuß zu den Veranstaltungsorten.

Für die Abendveranstaltungen können Sie ihren Sitzplatz bereits beim Kartenkauf wählen. Den Sitzplan finden Sie bei der jeweiligen Veranstaltung unter www.gernsbach.de/puppentheaterwoche im Veranstaltungskalender sowie in unserem Programmheft.

Veranstaltungstickets erhalten Sie beim Kulturamt Gernsbach, deutschlandweit im Vorverkaufsstellennetz von ReserviX oder bequem online unter www.reservix.de oder www.gernsbach.de. Sie können Ihre Tickets direkt nach Hause bestellen oder bei Bedarf sogar sofort mit der print@home-Funktion ausdrucken.

Die Festivalwoche wird mit dem Stück "Die Fichtn im Weiher – odder Vier Tempramente in voller Fahrt" am Samstag, 21. März um 20 Uhr in der Stadthalle eröffnet. Diese Veranstaltung ist bereits ausgebucht!

Das bekannte Märchen "Rotkäppchen" nach den Gebrüdern Grimm erwartet alle Zuschauer ab 4 Jahren am Sonntag, 22. März um 11:30 Uhr und 15 Uhr. Diese heitere und gleichzeitig tiefgründige Geschichte um das Mädchen, das die mütterlichen Weisungen vergisst, seine Pflichten verletzt, vom rechten Weg abkommt und sogar im Bauch des Wolfes landet, wird wohl gut enden – wenn auch nicht für den Wolf. Inszeniert vom Figurentheater Fährbetrieb aus dem schweizerischen Herisau mit Handpuppen, Witz, Tempo und Waldeseinsamkeit.

Das Kleine Salontheater aus Dresden wird bei der ersten Papiertheatervorstellung zur Gernsbacher Puppentheaterwoche im Chateau Prison mit dem Stück "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" am Sonntag, 22. März um 14 Uhr diese ganz besondere Theaterform für Zuschauer ab 4 Jahren erschließen. Das bekannte Märchen nach Bozena Nemcova spielt phantasievoll und überraschend mit Motiven des uralten, europaweit verbreiteten Märchens vom Aschenputtel. Die besondere Spielform des Haustheaters besitzt durch seine Intimität eine überraschende Handlungsvielfalt und durch die Nähe zum Zuschauer seinen fesselnden Reiz. Die weitere Vorstellung am Montag, 23. März um 15 Uhr ist bereits ausgebucht!

Für die älteren Zuschauer ab 12 Jahren wird vom Salontheater am Sonntag, 22. März um 17 Uhr und am Dienstag, 24. März um 18 Uhr "Die Zauberflöte" aufgeführt. Auch diese beiden Vorstellungen sind bereits ausgebucht!

Eine tragikomische Geschichte erwartet die Besucher zur Familienvorstellung von "Herakles" am Sonntag, 22. März um 19 Uhr, wenn das Erfreuliche Theater aus Erfurt mit zwei Museumsangestellten die bekannte Geschichte des Sohnes einer Sterblichen und des Göttervaters Zeus mittels Skuplturen, Exponaten, Knetmasse, Regenschirm, Wischmob und Wasserkocher zum Leben erwecken. Sie schauen mit ihrem "Museum mobil" etwas genauer auf den größten Heroen des griechischen Altertums? Selbstverständlich werden auch (fast) alle seine Heldentaten gezeigt.

Das Figurentheater Unterwegs aus Bad Waldsee wird unsere kleinsten Zuschauer ab 3 Jahren am Dienstag, 24. März um 15 Uhr mit dem Stück "Tomte Tummetott" nach Astrid Lindgren verzaubern. Alle auf dem alten Bauernhof schlafen, außer einem? Tomte Tummetott. In einem Winkel auf dem Heuboden wohnt er und kommt nur des Nachts hervor. Niemand hat ihn je gesehen, doch alle wissen, dass er dort wohnt. Als guter Hausgeist schaut er nach den schlafenden Menschen und Tieren auf dem Hof. In dieser Nacht schleicht der hungrige Fuchs Mikkel herum – aber ein alter Tomte weiß, was zu tun ist.

Ein wirrer Tripp frei nach Willi S. - so kann man das Stück "Der Sturm" umschreiben, das vom Theater zahmundheiter aus Magdeburg am Dienstag, 24. März um 20 Uhr gezeigt wird. Prospero, Herzog von Mailand: ausgesetzt auf einer Plastikinsel, irgendwo im chinesischen Ozean. Er wartet. Bis der Tee gezogen ist, auf seine Rettung, bis sein Leben wieder einen Sinn macht. Zwölf Jahre vergehen. Der Tee ist gezogen. Langsam zernagt der Wahnsinn seinen Verstand. Ein Abendstück für Zuschauer ab 16 Jahren mit Kasperköpfen, Planschbecken und Etta James.

Ein Roadmovie zwischen Ostseestrand und hohem Norden, erzählt mit Fensterkitt und Windstärke 12 erwartet alle Zuschauer ab 4 Jahren am Mittwoch, 25. März um 15 Uhr bei "Kleiner Piet was nun?" mit dem Theater Geist aus Berlin. Heute ist der Tag des großen Abflugs. Alle machen sich zusammen auf die Reise, nur einer nicht. Piet kommt zu spät, denn Piet hat sich vertüddelt. Denn vertüddeln ist für Piet die nun mal schönste Sache auf der Welt. "So?n Schiet, Piet!" kreischen die Möwen und er macht sich ganz allein auf den Weg in das größte Abenteuer seines Lebens.

Einem aufklappbaren, farbenprächtigen Bilderbuch gleich, blättert sich die Papierbühne des Papiertheaters Invisius aus Berlin vor den kleinen Zuschauern ab 5 Jahren am Mittwoch, 25. März und am Freitag, 27. März, jeweils um 16 Uhr, im Chateau Prison auf. Das musikalische Märchen "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofjew zählt seit beinahe sieben Jahrzehnten zu den beliebtesten Kompositionen für Kinder. Dabei ist es nicht nur die Geschichte, die die Kinder in ihren Bann zieht – immerhin besiegt Peter mit Hilfe des Vogels den Wolf, der in gräulicher Manier die Ente verschluckt hat. Es sind vor allem Prokofjews musikalische Bilder und eingängige Melodien, die nicht loslassen. Bitte beachten Sie, dass für diese Vorstellungen nur begrenzt Zuschauerplätze vorhanden sind.

Der Lust am finalen Exitus gehen in "Der wunderbare Massenselbstmord" nach Arto Paasilinna, dem wohl populärsten Schriftsteller Finnlands, ein paar Unbekannte am Mittwoch, 25. März um 20 Uhr nach. Der Bus ans Nordkapp ist bereits ausgebucht!

"Wo die wilden Kerle wohnen" frei nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Maurice Sendak wird am Donnerstag, 26. März um 15 Uhr für alle Kinder ab 4 Jahren vom Theater des Lachens aus Frankfurt/Oder aufgeführt. Max ist wütend, wild und will nur noch das tun, was ihm gefällt. In seinem Wolfskostüm tobt er so ungestüm, dass es der Mutter zu bunt wird und sie ihn ohne Abendessen ins Bett schickt. Mit Riesenhunger und voller Kraft strotzend begibt sich Max auf eine lange Fantasiereise.

Ein weiteres Märchen nach den Gebrüdern Grimm wird mit "Rumpelstilzchen" am Donnerstag, 26. März um 16 Uhr im Chateau Prison vom Papiertheater Invisius aufgeführt. Erzählt wird die Geschichte der schönen Müllerstochter, die Stroh zu Gold spinnen kann. Um es dem König zu beweisen, muss sie drei schwere Prüfungen bestehen. Dreimal hilft ihr dabei ein Zaubermännlein, doch jedes Mal muss sie ihm dafür etwas geben, zuletzt sogar ihr Kind. Um das Unglück abzuwenden, muss sie den Namen des seltsamen Männleins herausfinden. Der poetische Zauber dieses Märchenklassikers für Kinder ab 4 Jahren hat seinen Reiz bis heute nicht verloren, insbesondere im kleinen Rahmen des Papier- und Zimmertheaters. Bitte beachten Sie die begrenzte Zuschauerzahl für diese Vorstellung.

Ivan ist ein guter Mensch. Ein sehr guter. Fast schon zu gut für diese Welt. Deshalb nimmt sich der Dorfpfarrer in seiner abgelegenen Kirche verlorener Seelen an: kleptomanische Triebtäter, verantwortungslose Alkoholikerinnen, schießwütige Tankstellenräuber. "Adams Äpfel" – eine Komödie über Gutmenschen nach Anders Thomas Jensen mit dem Theatrium Figurentheater Dresden. Der Kampf des Guten gegen das Böse beginnt am Donnerstag, 26. März um 20 Uhr und hält tiefgründige Skurrilitäten und aberwitzige Gefechte parat. Eine unglaubliche Geschichte!

Das Figurentheater Hille Puppille aus Dülmen bietet den Figuren für das Stück "Eiskalte Zeiten" am Freitag, 27. März um 15 Uhr eine aufwändige Kulisse, tolle Rhythmen und heiße Hymnen bis hin zum Südpol-Rap. In der eiskalten Region der Antarktis erleben zwei recht unterschiedliche Typen, ein "zugereister" Eisbär und ein Pinguin, was es bedeutet, in schwierigen Situationen zusammen zu stehen. Vielfältige und überraschende Erlebnisse für Zuschauer ab 6 Jahren. Eiskalte Zeiten – ein Stück zum hautnahen Erleben von Zivilcourage.

Mit dem "Freischütz", einer Oper in drei Abteilungen von Friedrich Kind gibt es nochmals die Gelegenheit, Papier- und Zimmertheater mit dem Papiertheater Invisius aus Berlin im Chateau Prison zu erleben. Am Freitag, 27. März um 18 Uhr wird das wohl berühmteste Werk von Carl Maria von Weber aufgeführt. Für diese Veranstaltung sind nur noch wenige Plätze frei, die Veranstaltung des Freischütz am Samstag, 28. März um 18 Uhr ist bereits ausgebucht!

Mit einem Studentenabend am Freitag, 27. März ab 20 Uhr, gibt es einmal mehr Gelegenheit für Nachwuchs-Puppenspieler, sich einem großen Publikum zu präsentieren. In ihrem Doppelprogramm für Zuschauer ab 14 Jahre zeigen die Studenten der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Abteilung Puppenspielkunst aus Berlin die rasante Verwechslungskomödie um den Urberliner Mostrichfabrikanten Klinke in "Die spanische Fliege" sowie das absurde Spiel um Missgunst, Gier und Hinterlist, "Des Pfarrers Freud" nach der Kurchgeschichte von Roald Dahl. Auch diese Veranstaltung ist bereits ausgebucht!

Mit "Schattentheater – wo die wilden Kerle wohnen" wird auch in diesem Jahr wieder ein Workshop für Schulkinder, am Samstag, 28. April von 14:30 bis 17 Uhr im Werkladen Staufenberg, angeboten. Die Teilnehmer ab 6 Jahren fertigen Figuren aus Pappe, die sich teilweise bewegen können, an – inspiriert aus dem bekannten Bilderbuch von Maurice Sendak. Neben Max, der Hauptfigur und dem Schiff werden vor allem die wilden Kerle benötigt, bei deren Gestaltung der Phantasie viel freier Raum gegeben wird. So können diese sowohl menschliche als auch tierische Züge – oder beides – tragen. Hauptsache Sie sind wild und furchterregend. Die ganze Geschichte wird als Abschluss des Nachmittags den Eltern als Schattentheater aufgeführt. Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt. Anmeldungen zum diesjährigen Theater-Workshop bei Agnes Pliester, Telefon 07224 4473.

Nach "Prinz Hamlet" mit dem Theater des Lachens aus Frankfurt/Oder am Samstag, 28. März um 20 Uhr, schließt die Puppentheaterwoche für diese Spielsaison ihren Vorhang. Das Stück für Erwachsene und Jugendliche handelt von Prinz Hamlet von Dänemark, der den tragischen Tod seines Vaters betrauert, während sich seine Mutter bereits mit dessen Bruder, dem neuen König, vergnügt. Hamlet sucht Trost bei der geliebten Ophelia, doch seine Briefe bleiben unbeantwortet. Da erscheint ihm der Geist des toten Vaters und bezichtigt den neuen König des Mordes. Prinz Hamlet schwört Rache. Eine tragisch-groteske Hamlet-Variante für Zuschauer ab 12 Jahren mit Menschen und Puppen, aus der Feder des Autors und Karikaturisten Friedrich Karl Waechter.

Die begleitende Puppentheaterausstellung im Foyer der Stadthalle widmet sich in diesem Jahr ganz der Faszination des Papiertheaters und steht unter dem Motto "200 Jahre Papiertheater in Europa". Als um das Jahr 1810 die ersten Verlage in Europa begannen, Theaterbilderbögen zu drucken, ahnten die Lithographen noch nicht, dass sich hieraus im Laufe der Jahre eine ganz eigene kleine Theaterform entwickeln würde. Diese ist aus der Begeisterung der bürgerlichen Kreise der Biedermeierzeit für das Theaterspiel entstanden. Einst umfasste das Repertoire zeitgenössisches Theater. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich das Papiertheater zum Kindertheater, in dem zunehmend auch Märchen gespielt wurden. Ganz im Zeichen dieser Miniaturbühnen stellen die ausgewählten Exponate die Entwicklung der letzten Jahrhunderte dar. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von Rüdiger Koch vom Papiertheater Invisius aus Berlin, eines der wenigen professionellen Papiertheater in Deutschland.

Die Gernsbacher Puppentheaterwoche wird gefördert durch den Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst und wird von vielen Sponsoren aus und um Gernsbach unterstützt. In diesem Jahr freuen wir uns ganz besonders über Unterstützer der Papier- und Zimmertheatervorstellungen.



Weitere Infos und Karten beim

Kulturamt Gernsbach
Igelbachstraße 11
76593 Gernsbach
Telefon 07224 644-44
Telefax 07224 644-64
E-Mail: kulturamt@gernsbach.de.

Das Programm steht auch zum Herunterladen im Internet bereit unter www.gernsbach.de/puppentheaterwoche





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