Köpfe der Region


Anette Pekrul

Unternehmerin, Dozentin, Autorin (Alptraum Irak) und Coach


Anette Pekrul wurde 1960 in Wolfenbüttel geboren und ist seit 1996 Wahl-Karlsruherin. Nach einer sprachlichen Ausbildung und Tätigkeiten an der TU Braunschweig stieg sie 1985 quer in die Medien ein. Ihr beruflicher Werdegang führte sie über mehrere Kontinente und zahlreiche Medien, beginnend bei SAT.1, nach Karlsruhe, zu TV-Baden. Hier verliebte sie sich in Karlsruhe und blieb. Von hier aus engagiert sie sich beruflich, politisch und sozial. Spezialgebiete von Anette Pekrul sind Medien, Werbung, Marketing und Vertrieb. Sie ist Unternehmerin, Dozentin, Bestseller-Autorin (Alptraum Irak) und Coach. In Karlsruhe setzte sie u. a. Zeichen ihrer Arbeit mit einer Marketing-Konzeption für das Badische Konservatorium, dem Breitling Grand Prix, verschiedene Groß-Events, der Schaffung von neuen Medienberufen (Ausbildungsoskar). Heute vermarktet sie national und international den Klinik Info Kanal KiK-TV, den Marktführer in Sachen Patientenfernsehen mit Wohlfühl- und Genesungsprogramm für Kranke. Mit ihrem Projekt ladiesfirst.tv versucht Anette Pekrul ihr Lebenswerk, ein weltweites, Internet-basiertes Massenmedium, das positiv berichtet und für jeden Nutzer nachhaltigen Nutzen bringt, zu vollenden. Anette Pekrul lebt und arbeitet überwiegend in Karlsruhe und in der Schweiz.


http://www.ladiesfirst.ag


Woran arbeiten Sie gerade?

Im Mittelpunkt meines Denkens und Handelns steht im Moment die nationale und internationale Vermarktung von 600 Special Interest TV-Sendern. Hierbei handelt es sich um ein qualitativ sehr hochwertiges Fernsehprogramm, das vom Klinik Info Kanal KiK-TV für Patienten in Krankenhäusern zur schnelleren Genesung angeboten wird. Wie sie merken, bin ich total begeistert von diesem Konzept, weil es unter anderem beweist, dass Fernsehen auf hohem Niveau – gewaltfrei und unterhaltend – im Gegensatz zu dem doch überwiegenden Sensationsjournalismus in Deutschland eben auch funktioniert. Ich habe großen Respekt vor den Böblinger Unternehmern, die sich innerhalb von sieben Jahren die Marktführerschaft in Sachen Patientenfernsehen erarbeitet haben (www.kik-tv.de). Da sich diese 600 Sender von KiK-TV durch Werbung refinanzieren, beabsichtige ich, die passenden nationalen Werbebotschaften, das heißt TV-Werbung, die Spaß macht, für Produkte, die sinnvoll sind, zu platzieren.

Und dann gibt es noch weitere Projekte, an denen ich schon länger arbeite und die für mich eine Herzenssache sind – als da wären:
ladiesfirst.tv, meine Vision von einem weltweiten TV-Programm im Web für Frauen, das programmlich alles bietet, was Frauen interessiert, unterhält und voran bringt und nebenbei zu einer weltweiten Vernetzung von Frauen beiträgt.
Ein Projekt, das für mehr soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit in unserer Gesellschaft sorgt (Win-WIn Konzept) und, ebenfalls sozial ausgerichtet, die Einführung eines besseren Systems zur Ent- bzw. Belohnung von Menschen in Pflegeberufen (VIP – Verein zur Imagepflege von Berufen in Pflegediensten).

Mit meinem Kooperationspartner Marko König, dem internationalen Film-Stuntcoordinator, arbeite ich an der Realisierung unseres gemeinsamen Events "Die Welt am seidenen Faden", mit dem wir uns für mehr Umweltbewusstsein und nachhaltigeres Denken und Handeln engagieren.
Und wenn ich dann noch Zeit und Muße habe, schreibe ich an dem zweiten Teil meiner Biografie weiter.

Wie sind Sie zum Fernsehen gekommen?

Wie die Jungfrau zum Kind! Eine lustige Geschichte meines Quereinstiegs:
Meine Eltern waren von meinem Berufswunsch, Bauingenieur zu werden, überhaupt nicht begeistert und so studierte ich zunächst Sprachen in Braunschweig. Kaum fertig, ergab sich die Chance, als Assistentin von Professor Klaus Simons, TU Braunschweig, am "Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb" an Gutachten für große Bauprojekte mitzuarbeiten. Es war ein Gutachten über den Flughafen in Bagdad, das die Sehnsucht in mir weckte, einmal auf einer Großbaustelle in Arabien zu arbeiten. 1984 war das fast undenkbar – eine junge blonde Frau in Arabien? Solche Jobs gab es kaum oder besser gesagt gar nicht. Doch mein damaliger Chef verstand meinen Wunsch nach beruflicher Veränderung und öffnete Tür und Tor zu allen großen internationalen Baufirmen. So marschierte ich von einer zur nächsten, um einen Job auf einer Großbaustelle in Arabien zu finden – leider Fehlanzeige!

Doch dann meldete sich eines Tages der Personalchef der Wayss & Freytag AG telefonisch bei mir und sagte: "Einen Job auf einer Großbaustelle im Ausland habe ich zwar nicht für Sie, aber ... haben Sie schon einmal etwas von Privatfernsehen gehört?" Gehört, klar, aber ich war absolute Anti-Fernseherin. Mein Job machte mir Spaß und da unsere Kunden in aller Herren Länder saßen, musste ich aufgrund der Zeitverschiebungen oft auch nachts arbeiten (noch zu Telex-Zeiten), weil am anderen Ende noch oder schon tags war. Nachdem ich in dem Personalgespräch aber auch davon sprach, gerne den Standort in Richtung Großstadt zu ändern, schlug er mir vor, mich doch mal mit seinem Tennis-Partner, Jürgen Doetz, zu unterhalten, der suche dringend Mitarbeiter für sein Privatfernsehen.
Gesagt, getan, ich fuhr nach Frankfurt und traf mich mit Jürgen Doetz in der PKS – Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk, damals noch nicht wissend, dass diese Begegnung mein ganzes weiteres Leben prägen würde. Joergen Doetz zog mich in den Bann für seine Vision und am 1. Januar starte SAT.1, das erste private Satellitenfernsehen in Deutschland – und ich war mit dabei. Das war der Anfang meiner Medientätigkeit, in der noch zahlreiche neue Medien- und später auch Ausbildungsprojekte für Mitarbeiter in Medien folgten.

Was war Ihr größter Erfolg?

Das kann ich gar nicht so einfach beantworten. Es ist mir unangenehm, darüber zu sprechen. Für mich persönlich ist der größte Erfolg, alle Schicksalsschläge gemeistert zu haben und dabei ein positiv denkender und fröhlicher Mensch geblieben zu sein. Ich bin glücklich über die Gabe, nicht nur Ideen zur Verbesserung von Situationen entwickeln sondern sie auch erfolgreich umzusetzen zu können. Menschen in Not helfen zu können – im kleinen wie auch im großen Stil wie z. B. mit Medikamententransporten in Krisengebiete - ist ein ebenso großer Erfolg für mich wie Visionen zu realisieren, die möglichst vielen Menschen etwas bringen und von Nachhaltigkeit geprägt sind. Einer meiner Kunden, dem ich als junge Frau meine Referenzliste präsentierte, die auch Organisationen und Projekte enthielt, die ich unterstützte, sagte einmal fast wütend zu mir: "Über soziales Engagement spricht man nicht. Das macht man!" Ich finde, er hat Recht.

Ein besonders bewegender Moment war für mich, als im Rahmen einer großen CDU-Veranstaltung, die ich moderierte, im voll besetzten Karlsruher Konzerthaus für eine Zwischeneinlage der Gehörlosen-Tanzgruppe ausnahmslos alle Besucher nach der Darbietung die Hände in die Luft strecken und den Künstlern in Gebärdensprache begeistert "applaudierten"!

Was treibt Sie an?

Ich denke, das ist meine Neugier verbunden mit dem Wunsch, meine Talente, meine Kreativität, mein Wissen und meine Erfahrungen so sinnvoll wie möglich zum Vorteil und Nutzen möglichst Vieler einzusetzen.

Was würden Sie gern noch erreichen?

Die Sendstarts von ladiesfirst.tv in den USA, Australien und Asien.
Noch mehr Medien, die selbst bei ausschließlich positiven Programminhalten profitabel wirtschaften.
Kostenlose Bildung für alle durch E-Learning.
Chancengleichheit für alle in unserer Gesellschaft.
Nach dem Erscheinen des zweiten Teils meiner Biografie innerhalb des nächsten Jahres die Veröffentlichung des dritten Teils – vielleicht zu meinem 70. Geburtstag?
Noch einmal eine Reise um die ganze Welt ...
Für meine Groß- und Urgroßnichten und –neffen die coolste Urgroßtante zu sein ...

Was gefällt Ihnen an Karlsruhe?

Die Menschen. Die Geschichte. Die Architektur. Das viele Grün.
Die gelebte badische Tradition, die sich bis heute in Bürgerforen spiegelt. Das historische, kulturelle und Bildungsangebot. Vom Badischen Staats- über das Sandkorntheater bis hin zu ZKM und HfG mit Prof. Dr. h. c. Peter Weibel und Prof. Dr. Peter Sloterdijk, die ich mit Initiativen wie u. a. mit dem Studium Generale zum professionalisierten Bürger (www.profi-buerger.de) einfach klasse finde.

Herzlichen Dank für das Gespräch.


Karlsruhe, Januar 2011