Köpfe der Region


Bernd Storz

Autor und Drehbuch


Bernd Storz (geb. 1951), lebt als Schriftsteller und Dozent in Reutlingen. Kriminalromane mit der Privatdetektivin Mara Zielinski mit Fällen in Karlsruhe, Esslingen, Braunschweig und Lüneburg.

Drehbücher für TV-Serien (u.a. "Die Fallers", "Ein Bayer auf Rügen", "fabrixx"); Filmförderung der MFG für Spielfilm über das Leben der Franziskanernonne Berta Hummel (mit Ulrich Knödler, 2010).

Hörspiele, Essays zur zeitgenössischen Kunst, Lyrik und Bücher zur Geschichte. Lehraufträge für Drehbuch und Kreatives Schreiben an den Universitäten Stuttgart, Freiburg und Kassel so wie beim Drehbuchcamp der Medienakademie von ARD/ZDF.

Mitglied im VS – Verband deutscher Schriftsteller und im SYNDIKAT.


http://www.bernd-storz.de


Karlsruhe, 01.11.2011

Woran arbeiten Sie gerade?

An zwei Projekten. An einem Roman über das Leben der Franziskanernonne Berta Hummel (Maria Innocentia, 1909-1947). Sie hat im Kloster Sießen bei Bad Saulgau gelebt und wurde als Schöpferin der "Hummel"-Figuren und –Bilder weltberühmt. Dieser Ruhm hat sie vor dem Hintergrund der Zeit der Nazi-Diktatur aber auch gebrochen. Eigentlich wollte sie etwas ganz anderes machen. Ein tragisches, spannendes Leben. Das zweite ist Konzeption und Text für ein Kunstbuch über die Kunstsammlung des Landkreises Reutlingen, die weit über das lokal Interessante hinaus Werke bedeutender KünstlerInnen birgt.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Mit sechs Jahren begann ich Gedichte zu schreiben. Aus irgendeinem Impuls heraus, nachdem mein Schulweg mich über eine blühende Sommerwiese geführt hatte. Meine Eltern haben mich gelobt, das hat sich festgesetzt damals. Als Jugendlicher habe ich dann für die Schülerzeitung geschrieben und Sketsche. Im Rückblick kann ich sagen, dass die positiven Rückmeldungen meines langjährigen Deutschlehrers ebenfalls sehr wichtig waren.

Sie sind sehr vielseitig. Sie schreiben Krimis, Theaterstücke, Historische Sachbücher oder Kurzprosa. Woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Die Welt und das Leben, sie sind so vielfältig, die Stoffe liegen auf der Straße. Man muss sie nur entdecken. Ich glaube, dass mein Interesse an Menschen, an Geschichte und Geschichten meine Entdeckungen leitet. Beobachtungen, aufgeschnappte Satzfetzen, ein Zeitungsartikel? Es muss mich emotional ansprechen, dann wird das Erlebte zu einem Ideenkeim, aus dem sich eine Geschichte entwickeln kann. Oder: Ich gehe über einen Parkplatz zu meinem Wagen, denke über nichts bewusst nach, und es schiebt sich mir ein Titel in den Kopf. Ein halbes Jahr später ist ein Krimi draus geworden?
Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie zu kämpfen?

Manchmal ist es schwer, als Autor gleichzeitig Marketingleiter der eigenen Produkte zu sein. Deshalb habe ich nun auch eine Agentur gewonnen, die mich vertritt.

Was war Ihr größter Erfolg?

Als meinen größten Erfolg werte ich, wenn ich höre, dass sich Liebende einen Band meiner Liebesgedichte schenken. Auf der äußeren Erfolgsskala ist es mein meistverkauftes Buch "Wir vom Jahrgang 1951. Kindheit und Jugend" im Wartberg Verlag, in dem ich versucht habe, mit kleinen Prosastücken die 50er und 60er-Jahre lebendig werden zu lassen.

Was wollen Sie gern noch erreichen?

Ich will mich in Zukunft auf Romane konzentrieren, in denen historische Ereignisse eine Rolle spielen. Und auch neue Drehbuchprojekte in Angriff nehmen, nachdem ich für meinen Berta Hummel-Stoff, gemeinsam mit meinem Autorenkollegen Ulrich Knödler, Filmförderung erhalten habe.

Was gefällt Ihnen an der Region um Karlsruhe?

Ich kenne Karlsruhe, insbesondere einige kleinere Städte und Dörfer in der Region, schon lange bevor ich meinen Karlsruhe-Krimi verfasste, habe einige Freunde und Bekannte hier. Die abwechslungsreiche Landschaft hat es mir angetan, insbesondere aber das, was man als die "badische Lebensart" bezeichnet, die Leichtigkeit, und nicht zuletzt das Essen natürlich?

Vielen Dank für das Gespräch.