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Bruchsal ergründet den MYTHOS TITANIC

Zum 100. Jahrestag der Schiffskatastrophe | 30.3. - 20.5.2012

Bruchsal (pa). Zahlreiche Veranstaltungen setzen sich mit dem Schiffsunglück vom April 1912 auseinander / Ausstellung im Deutschen Musikautomaten-Museum dokumentiert so genannte "Titanic-Orgel". Vor genau 100 Jahren, in der Nacht auf den 15. April 1912, sank der Luxusliner Titanic auf seiner Jungfernfahrt im Nordatlantik nach der Kollision mit einem Eisberg.

Über 1500 Opfer forderte das Schiffsdrama, das die Welt schockierte und veränderte: Der Glaube an die Allmacht der Technik und an die unbegrenzte menschliche Herrschaft über die Natur fand ein jähes Ende. Das Sinken des Schiffes wurde später auch als Menetekel des Untergangs der alten Gesellschaftsordnung gedeutet. Die Titanic wurde zum Mythos, der bis heute nachwirkt.

Diesen Mythos zu hinterfragen und wieder lebendig werden zu lassen, haben sich die Stadt Bruchsal und das Deutsche Musikautomaten-Museum (DMM) am 100. Jahrestag zum Ziel gesetzt. Zwischen März und September 2012 richten sie gemeinsam eine Veranstaltungsreihe aus. Denn auch in Bruchsal stößt man auf historische Spuren des Titanic-Mythos: Das im hiesigen Barockschloss beheimatete DMM zählt die so genannte "Titanic-Orgel", der eine besondere Legende anhaftet, zu seinen bedeutendsten Ausstellungsstücken. Außerdem bietet sich von hier aus ein Abstecher in das zehn Kilometer entfernte Schloss Gondelsheim an: Dessen Speiseraum soll gestalterische Parallelen zur Inneneinrichtung des Unglücksschiffes aufweisen.

"An Beispielen wie diesen zeigt sich anschaulich das dauerhafte Nachwirken des "Mythos Titanic". Selbst in unserer "Binnenregion" konnten sich solche historischen Bezüge zu diesem Unglücksschiff erhalten", sagt Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick. "Und deshalb ist der tragische Jahrestag für uns zugleich der Moment, in dem es solche Mythen auch zu hinterfragen gilt."

Die Veranstaltungsreihe der Stadt Bruchsal und des DMM mit Filmvorführungen, Vorträgen, Lesungen und einer durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club begleiteten Exkursion zum "Titanic-Zimmer" im Schloss Gondelsheim nimmt die verschiedenen Aspekte dieser oft ins Mythische verklärten Schiffskatastrophe näher unter die Lupe.

Volkshochschule und Stadtbibliothek in Bruchsal wirken am gemeinsamen Programm ebenso mit wie die Badische Landesbühne, das Amateurtheater Koralle, die Bruchsaler Tourismus, Marketing & Veranstaltungs GmbH (BTMV) sowie der Titanic-Experte Christian Amrhein.

Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe freilich steht die vom DMM konzipierte Sonderausstellung "Die "Titanic-Orgel". Eine Legende im Rampenlicht", die am 30. März eröffnet. Das Museum, das eine der bedeutendsten Sammlungen von Musikautomaten weltweit beherbergt, nimmt den 100. Jahrestag der Katastrophe zum Anlass, der Geschichte seines wohl bekanntesten Ausstellungsstückes nachzuspüren. Der Prototyp dieser Selbstspielorgel, hergestellt von der Freiburger Firma Welte, galt bereits auf der Turiner Weltausstellung 1911 als technische Meisterleistung. Zu spät, so die Legende, sei das für die Titanic in Auftrag gegebene Saloninstrument fertig gestellt worden – und ruht deshalb heute nicht auf dem Meeresgrund.

Was davon lässt sich nachweisen? "Mit geradezu kriminalistischem Spürsinn und in Kooperation mit Experten in Deutschland, England und den USA hat die Ausstellungskuratorin Brigitte Heck die Provenienzgeschichte dieses berühmten Sammlungsstücks neu bewertet", erläutert Susanne Schulenburg. Die Kaufmännische Direktorin des Badischen Landesmuseums betont außerdem, dass die Sonderausstellung den Auftakt zu einem ereignisreichen Jahr im DMM bilde: "Mit einer großen Investition werden wir 2012 die Neugestaltung des DMM in Angriff nehmen.

Im April erscheint der schon lange erwartete Museumsführer und noch dieses Jahr im Herbst wird der erste Abschnitt der neu ausgerichteten Dauerausstellung fertiggestellt sein." Bis voraussichtlich Ende 2013 sind die gesamten Baumaßnahmen abgeschlossen. "Ein neu gestalteter Bereich mit Bezug zur Gegenwart präsentiert den Besuchern dann Musik abspielende Geräte wie Grammophone, Jukebox und Minidisc-Player", so Schulenburg.

Mit dem Projekt "Mythos TITANIC" setzt Bruchsal seine mittlerweile gut eingeführte Reihe themenbezogener Veranstaltungsprogramme fort, die sich in der vergangenen Zeit zu einem kulturellen Erfolgsfaktor für die Stadt im überregionalen Auftreten entwickelt hat. Seit 2008 konzentrieren sich die Themenhefte Jahr für Jahr immer auf einen anderen, konkreten Schwerpunkt – und machen doch in der Zusammenschau der schon behandelten Themen deutlich, welche historische Vielfalt und damit zugleich auch aktuellen kulturelle Potenziale eine Stadt wie Bruchsal aufzuweisen hat.


Auszüge aus dem Programm "Mythos TITANIC" 2012 in Bruchsal


30. März – 30. September: Sonderausstellung "Die "Titanic-Orgel". Eine Legende im Rampenlicht" (Deutsches Musikautomaten-Museum, DMM)

14. April: Radtour "Dem Mythos der Titanic auf der Spur" (Bruchsaler Tourismus-, Marketing und Veranstaltungs GmbH)

15. April: Szenische Lesung "100 Jahre Titanic" (Badische Landesbühne)

22. April: Vortrag "Titanic: Mythos und Wirklichkeit" (Christian Amrhein, Titanic Informations Center Deutschland)

27. April: Vortrag und Lesung "Vision einer Katastrophe?" (Amateurtheater Die Koralle und Stadt Bruchsal)

28. April: VHS-Kochkurs "Das letzte Dinner auf der Titanic" (VHS Bruchsal)

6. Mai: Sonderführung und Kurzkonzert "Titanic-Orgel" (DMM)

13. Mai: Stummfilmvorführung "In Nacht und Eis" (DMM)

20. Mai: Internationaler Museumstag mit freiem Eintritt und Sonderführung zur Ausstellung "Titanic-Orgel" (DMM)


Service und Information

Informationen zu sämtlichen Veranstaltungen sowie Exemplare der Programme "Mythos TITANIC" und "Die ?Titanic-Orgel?. Eine Legende im Rampenlicht" sind zu erhalten bei folgender Adresse:

Stadt Bruchsal, Hauptamt, Abt. III (Kultur und Veranstaltungen)
Kaiserstraße 66, 76646 Bruchsal
Tel. 07251/79-380, -183 und -103
Fax 07251/79-11-380
E-Mail: Thomas.Adam@Bruchsal.de





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