Specials - Fidelitas Nachtlauf


Der Schweinehund

Erzählung von Klaus Eppele über seinen Marathonlauf 2007

Mein rechtes Knie schmerzt wie verrückt, mir ist schwindelig und mein Magen gibt mir deutlich zu verstehen, dass ihm der Cocktail aus Bananenstücken, Wasser, Iso-Drinks und Hitze gar nicht gut bekommen ist. Gerade bin ich mehr schlecht als recht bei Kilometer 38 des 20. Karlsruher Baden-Marathons vorbeigehumpelt. Ich kann nicht mehr, möchte auf der Stelle anhalten und mich auf den Bordstein setzen. "Hör doch endlich auf, du bist fertig, es reicht", hämmert mein innerer Schweinehund immer wieder auf mich ein.

Foto: Klaus Eppele - Hundeschwein oder Schweinehund?
Trotzdem schleppe ich mich weiter. Monoton trommeln meine Füße auf den harten Asphalt. "Die letzten läppischen vier Kilometer wirst du doch wohl auch noch schaffen?", versuche ich mich zu motivieren. "Das ist weniger als die eine Runde um den Bergwald, die du in den letzten Monaten so oft gelaufen bist."

Ich habe das Gefühl, immer langsamer zu werden. Mein Kreislauf signalisiert, dass ich zu lange in der Sonne war und dass ich in den letzten Stunden viel zu wenig getrunken habe. Aber meine Knieschmerzen werden erträglicher. Oder meine ich das nur, weil plötzlich meine linke Hüfte so furchtbar weh tut? "Jetzt hörst du aber auf! Merkst du nicht, dass du deine Knochen kaputt machst?" Noch schaffe ich es, die Mahnungen meines inneren Schweinehunds zu ignorieren. Schritt für Schritt quäle ich mich weiter und wünsche mir, dass mein Körper noch mehr Endorphine produziert, mich von meinen Leiden erlöst und mich zum ersten Mal in diesen sagenumwobenen Runner´s High bringt, von dem ich schon so oft gelesen habe.

"Du brauchst dir doch nichts zu beweisen", peitscht dieser elende Schweinehund schon wieder auf mich ein. "Vor knapp fünf Monaten warst du noch ein Couch Potatoe mit zwölf Kilo mehr auf den Rippen. Dafür hast du heute genug geleistet. Also gib auf!" Bestimmt waren die 20 Wochen wirklich zu kurz, um sich von null auf 42,195 Kilometer zu katapultieren. Aber ohne die Vision, einen Marathon zu bewältigen, hätte ich mich nicht jeden Tag zum Laufen motivieren können.

Und hier finden Sie den kompletten Text
Erzählung von Klaus Eppele zum Nachtlauf 2007





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