Köpfe der Region


Dr. Ute Obhof

Leiterin der Abteilung "Sammlungen" in der Badischen Landesbibliothek


Nach dem Studium der Germanistik und Romanistik in Heidelberg und Poitiers war Dr. Ute Obhof in den Jahren 1993-1997 in der Universitätsbibliothek Freiburg als Leiterin der Abteilung "Alte Drucke und Rara" tätig. 1997 wechselte sie nach Karlsruhe in die Badische Landesbibliothek, in der sie heute die Abteilung "Sammlungen" leitet.


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Woran arbeiten Sie gerade?

Bis zum Eröffnungstermin der Ausstellung ´HeRRReinspaziert!´ am 29. März habe ich intensiv an Konzeption und Aufbau gearbeitet. In den kommenden Wochen und Monaten (bis 25. Juni) wird es öffentliche Führungen geben, zum Beispiel am 13. April und am 25. Mai aus restauratorischer Sicht. Zum Rahmenprogramm gehört am 10. Juni auch ein Vortrag über das ´Speyerer Evangelistar´ aus dem 13. Jahrhundert, dessen wunderbare Miniaturen bisher nur wenigen bekannt sind. Darauf freue ich mich schon sehr.

Sie sind Leiterin der Abteilung Sammlungen und diese Ausstellung ist für Sie Neuland. Wie sind Sie auf die Idee dazu gekommen?

Die Ausstellung möchte eine Abteilung der Badischen Landesbibliothek mehr in das Licht der Öffentlichkeit rücken. Früher war das ganz einfach die "Handschriftenabteilung". Seit einigen Jahren sprechen wir von der Abteilung Sammlungen, um den verschiedenartigen Materialien, die dort gehütet werden, Rechnung zu tragen.

Es sind nicht nur Handschriften und alte Drucke, sondern auch Nachlässe, bibliophile oder seltene Bücher, Karten und Musikalien. Mit den Nachlässen sind auch Photos und dreidimensionale Objekte, die keine Bücher sind, in die Bibliothek gekommen. Die Badische Landesbibliothek beherbergt in den Sammlungen eine bunte Vielfalt. So bin ich auf die Idee gekommen, die Metapher "Zirkus" für die Ausstellung zu wählen.

Die Ausstellung haben Sie bewusst nicht so "hochseriös" aufgezogen, sondern locker und mit Schalk im Nacken. Warum?

Zirkus ist bunt, froh, spannend und aufregend zugleich. Das Thema selbst hat daher eine Präsentation hervorgerufen, die das eine oder andere Augenzwinkern nicht verkneifen konnte.
Eine Ausstellung wächst über Monate. Die Konzeption ist erst am Ende wirklich fertig. Ich lasse mich von den Themen, die gezeigt werden sollen, und von meinen Kollegen inspirieren. Ich nehme gerne in Kauf, dass die Objekte meiner Arbeit mich auf einen schöneren Weg führen als ursprünglich am grünen Tisch geplant.

Das Freizeitverhalten der Menschen hat sich verändert. Wie wirkt sich das auf Ausstellungen im Allgemeinen aus? Kommen mehr Menschen als früher oder weniger?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Anders als Museen versorgt die Badische Landesbibliothek Öffentlichkeit und Wissenschaft mit aktueller Literatur und digitalen Medien. Wir bieten u. a. in den Lesesälen ideale Arbeitsräume. Unser Veranstaltungsprogramm ist lediglich ein Teil unserer Aktivitäten. Oft kommt es bei Ausstellungen auf das Thema an. Manche ziehen ein größeres Publikum an, andere sind für Spezialisten hochinteressant.

Was tun Sie denn gerne in Ihrer Freizeit?

Ich stelle gerne Photoalben für meine Familie, Freunde und Bekannten her. Da werden nicht nur Photos, sondern auch kleine Erinnerungen, Postkarten, Eintrittskarten usw. gesammelt. Allerdings photographiere ich so viel, dass es lange dauern wird, bis alle fertig sind. Es kommt ja auch immer Neues dazu. An meinem Hobby gefällt mir, dass ich auf diese Weise an viele schöne Erlebnisse erinnert werde.

Welche schönen Ecken in Karlsruhe zeigen Sie gerne Ihrem Besuch?

Seit meiner Kindheit liebe ich an Karlsruhe den Botanischen Garten, vor allem die Gewächshäuser, und die Seepferdchen im Naturkundemuseum.

Vielen Dank für das Gespräch.