Stadt-Teile - Region Karlsruhe


Ein Besuch bei der "neuen welle"

Radio made in Karlsruhe

Der Karlsruher Radiosender "die neue welle" ist heute einer der am meisten gehörten Sender in der Region - mehr als 500.000 Hörerinnnen und Hörer schalten lt. einer Media-Analyse die "neue welle" regelmäßig ein.
Bei einem von Wilhelm Bühler (KarlsruheBC) organisierten Besichtigung des Senders in der Philipp-Reis-Straße konnten die Besucher ein wenig hinter die Kulissen der Programmmacher schauen.

Bewegte Geschichte des Karlsruher Privatradios

Schon 1987 wurde unter dem Namen "Welle Fidelitas" der erste private Karlsruher Rundfunksender gegründet. Mit der Rundfunkreform von 1994 hieß der Sender nur noch "Die Welle". 2002 beschloss die Landesanstalt für Kommunikation (LfK) in Stuttgart, dem Sender die Lizenz zu entziehen. Das letzte Lied, das von der "Welle" gespielt wurde, war am 31.7.2002 "The End" von den Doors.

Ab dem 1. August 2002 sendete Hitradio RTL auf den ehemaligen Frequenzen von Welle Fidelitas. Ein Jahr später stieg die RTL-Gruppe aus und der Sender wurde in Hit 1 umbenannt. Am 1. Januar 2007 schließlich erfolgte die Namensänderung in "Die neue Welle".

Mit 35 Leuten ein ganzes Programm

Andrea-Alexa Kuszák (© neue welle)
Die Besuchergruppe trifft sich bei strahlendem Sonnenschein auf der begrünten Dachterrasse zu einem Glas Sekt. Nach Begrüßung und ein paar einführenden Worten geht es in den langen Flur, an dem rechts und links individuell gestaltete Türen zu den einzelnen Büros und Konferenzräumen führen.

Seit Juli 2006 führt die Österreicherin Andrea-Alexa Kuszák, studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin, erfolgreich das Team der "neuen welle". Als sie bei unserer Besichtigung die Gäste begrüßt und später in einem kurzen Vortrag Konzept und Erfolg "ihres" Senders präsentiert, merkt man: Da steht eine Powerfrau, die mit viel Sachverstand und ganzem Herzen bei der Sache ist. Lesen Sie hierzu unser Interview mit ihr in der Rubrik "Köpfe der Region".

Andrea-Alexa Kuszák ist stolz darauf, dass der Sender sich so erfolgreich in der Region etabliert hat und inzwischen schwarze Zahlen schreibt. "Wir haben ca. 35 Mitarbeiter", erzählt sie, "das sind ungefähr so viele, wie bei SWR3 alleine an der Morning-Show arbeiten."

Ein junges Team ist hier zugange, so merkt man schnell. Engagierte, begeisterte Radiomacher, die zu Recht stolz sind auf ihren Erfolg.

Im "Allerheiligsten"

Zielinski und die Morgencrew (© neue welle)
Das "Allerheiligste" ist natürlich das Studio. "Der technische Aufwand, um Radio zu machen, ist heute viel geringer als früher", erklärt uns Michel Duprey, Koordinator der beliebten Sendung "Zielinski & die Morgencrew", die täglich von 5 bis 10 Uhr "on air" ist. Und in der Tat: das Studio ist ein heller, freundlicher Raum, zwei Moderatorenplätze einander gegenüber, ein paar Bildschirme, zwei Mikros. "Wetterfee Eva" präsentiert gerade live das Beste aus der Morgenshow, und als sie zwischen zwei Songs eine kurze Moderation macht, müssen wir natürlich ganz still sein.

Einer der beiden großen Bildschirme zeigt den Ablaufplan der Sendung: wann welcher Song gespielt, welches Jingle eingeblendet, welche Werbung gebracht wird. Sekundengenau ist alles durchgeplant, selbst die Moderationstexte werden weitgehend vorher geschrieben. "Die Kunst ist es", sagt Eva, "die Moderation so zu bringen, dass es ganz natürlich und spontan klingt." - Dass ihr das gelingt, bekommen wir live mit.

Der zweite Bildschirm zeigt immer die aktuellen Verkehrsmeldungen. Sie werden von der Polizei zur Verfügung gestellt. Aber immer wieder ergänzen Hörer die Meldungen, die an einem Stau, einer Gefahrenstelle oder auch einem "Blitzer" vorbeifahren und dies der Redaktion melden.

Die Musik kommt komplett vom Rechner, nur für den Notfall gibt es noch einen CD-Player - wenn der Rechner tatsächlich einmal seinen Geist aufgibt und neu hochgefahren werden muss.

Lokale Nachrichten und Werbung

Im Nachbarstudio, in das man durch eine große Scheibe hineinschauen kann, werden die Nachrichten produziert. Sie sind - genau wie auch die Werbung - für die einzelnen Regionen, die der Sender bedient, spezifisch. Für die Regionen Karlsruhe, Pforzheim und Baden-Baden gibt es regionale Nachrichten, die deswegen kurz vor der Aussendung vorproduziert werden. Dann - und auch für die Werbung - wird der Sender in seine regionalen Kanäle "gesplittet". Natürlich wieder sekundengenau und so, dass es der Hörer überhaupt nicht registriert.

"Adult Contemporary" - das Musikformat

Senderlogo als Graffiti
Viele, vor allem die privaten Sender, verfolgen wie "die neue welle" ein bestimmtes Musikformat, das sich "Adult Contemporary" nennt. Ein Hörfunkprogram dieser Art soll leicht "durchhörbar" sein und nur durch kurze, "positiv verlaufende" Moderationen unterbrochen werden. Die Musikauswahl richtet sich an werberelevante Zielgruppe zwischen 30 bis 49 Jahren und soll dem aktuellen Zeitgeschmack entsprechen (wikipedia) - bei der "neuen welle" liegt daher der Schwerpunkt auf Musik aus den 80er Jahren, in denen viele ihrer Hörer musikalisch "geprägt" wurden. Mehr als 50 % der Hörer gehören dieser immer wieder umworbenen Altersgruppe an.

Jeweils ein paar hundert, oft durch Hörerumfragen ermittelte, besonders beliebte Songs werden in sog. "Rotation" eingesetzt, machen also den Hauptteil des Musikprogrammes aus. "Fremde", sprich vom "Mainstream" abweichende Titel haben daher kaum Chancen, gespielt zu werden.

Soziales Engagement in und für die Region

"Als Sender der Region", sagt Andrea-Alexa Kuszák, "gehört für uns soziales Engagement mit dazu." So hat die "neue welle" gemeinsam mit zehn der wichtigsten Unternehmer und Meinungsbildner aus der Region das zukunfts- und praxisorientierte Projekt "Deine Chance" ins Leben gerufen. Ziel dieses Projektes ist es, durch Information und persönliche Kontakte jungen Menschen eine Brücke für ihre (Berufs-)Zukunft zu bauen.

Darüber hinaus wurde 2011 erstmals der sog. "Impulspreis" verliehen. Mit dem Impulspreis sollen Menschen, Vereine oder Unternehmen geehrt werden, die Besonderes für die Region geleistet haben und so der Region einen wichtigen Impuls gegeben haben.

Mehr Infos zum Sender, seinen Mitarbeitern und Projekten finden Sie auf der Website des Senders.

Eine Fotogalerie vom Besuch bei der neuen welle finden Sie hier.





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