Karlsruhe Kreativ - Initiativen


Eine gute Ausbildung - auch für Bewerber mit Startschwierigkeiten

pfiv bietet Chancen für Betriebe und Auszubildende

In jedem Schuljahrgang gibt es Überflieger, die beste Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben, und andere, die sich - aus den verschiedensten Gründen - schwerer tun und oft gar nicht erst zu einem Vorstellungsgespräch geladen werden. Hier hilft "pfiv" - der "partner für ausbilden im verbund" mit Rat und Tat.

Aber nicht nur die Jugendlichen hat pfiv im Auge: Für Betriebe, die vielleicht keine vollständige Ausbildungsstelle anbieten können, trotzdem aber junge Menschen fördern und kennenlernen wollen, bietet pfiv ebenso Vorteile: Mehrere Betriebe schließen sich zu einem Verbund zusammen und teilen sich so einen Ausbildungsplatz.

Es ist durchaus eine Erfolgsgeschichte, die der gemeinnützige Verein "pfiv" mit seinen ehrenamtlich tätigen Mitgliedern seit seiner Gründung im Jahre 1998 geschrieben hat. Entstanden aus einer Initiative von Berufsschullehrern hat pfiv bis heute fast 90 jungen Menschen eine Ausbildungsstelle als Bürokaufmann/-frau zur Verfügung stellen können, und nahezu alle haben diese Ausbildung auch erfolgreich abgeschlossen. Und die meisten sind sogar von einem ihrer Ausbildungsbetriebe übernommen worden.

Einzigartige Initiative in Deutschland

Udo Wuchner
Unter dem Eindruck einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und der damit für die Betroffenen verbundenen Perspektivlosigkeit gehen Karlsruher Berufsschullehrer unter der Leitung von Udo Wuchner neue, einzigartige Wege, um auch solchen jungen Menschen eine Chance zu bieten, die z.B. durch schlechtere Noten, eine bereits abgebrochene Ausbildung oder andere, oft familiäre, Probleme kaum die Aussicht auf eine Ausbildungsstelle haben.

Die Idee: Einzelnen Jugendlichen durch gezielte Förderung helfen, eine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren, Lehrlingsausbildung zugleich aber auch für solche Firmen attraktiv zu machen, die - z.B. auf Grund ihrer Größe oder weil sie nicht alle Inhalte gemäß der Ausbildungsverordnung gewährleisten können - normalerweise keine Ausbildungsplätze anbieten.

"Mehrere Firmen teilen sich einen Ausbildungsplatz", erklärt Udo Wuchner, "d.h. der Azubi durchläuft während seiner Ausbildungszeit z.B. drei verschiedene Firmen. Die Koordinierung erfolgt dann durch pfiv in Absprache mit den jeweiligen Ausbildern."

Das pfiv-Konzept
pfiv fungiert dabei als eigentlicher "Arbeitgeber", d.h. pfiv übernimmt alle formalen Dinge: Arbeitsvertrag, Anmeldung des Azubis bei IHK und Berufsschule, Prüfungsanmeldung, Lohn- und Gehaltsabrechnung und vieles mehr. "Das macht es für kleinere Betriebe noch interessanter", betont Wuchner. "Sie haben relativ wenig Aufwand, lernen aber doch junge Menschen in ihrer Ausbildung kennen, die sie vielleicht gerne übernehmen wollen."

Einen Paten an der Seite

Jeder Azubi bekommt von Anfang an einen Paten an seine Seite gestellt. Für das Bewerbungsgespräch führt der Pate mit dem Kandidaten ein kurzes Briefing vor dem Treffen mit den Vertretern der Ausbildungsbetriebe durch, während der Ausbildungsphase kümmert er sich um den ordnungsgemäßen Ablauf. Der Pate führt in regelmäßigen Abständen Gespräche mit dem Auszubildenden und dem Ausbildungsbetrieb, kontrolliert die Berichtshefte, verfolgt die schulischen Leistungen, organisiert nötigenfalls Nachhilfeunterricht oder unterstützt durch andere Maßnahmen.

Was motiviert einen Paten zu seiner Tätigkeit? Jörg Knau, Ingenieur im Ruhestand und einer von sechs zur Zeit aktiven Paten bei pfiv meint dazu: "Ausbildung Jugendlicher ist gesellschaftlich sehr wichtig, und so bedeutet diese Tätigkeit die Übernahme eines Stücks sozialer Verantwortung. Das ist verbunden mit der Freude daran, Erfahrungen an junge Leute weitergeben zu können. Und natürlich macht es richtig Spaß, auch als 'alter Hase' weiterhin intensiven Kontakt zu jungen Menschen zu haben."

Weitere Unternehmen gesucht

Bisher hat pfiv ein Netzwerk von gut 25 Firmen aufgebaut, die in unterschiedlichen Verbundkonstellationen immer wieder Ausbildungsplätze für pfiv geschaffen haben. "Wenn es uns gelingt, noch weitere Betriebe für unser Konzept zu begeistern", sagt Udo Wuchner, "dann können wir in Zukunft noch mehr Jugendlichen einen Ausbildungsplatz vermitteln."

Kontakt zu pfiv kann man über die Website des pfiv herstellen. Das gilt sowohl für Betriebe als auch für Ausbildungsbewerber.





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