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Filmpremiere "Ein Hells Angel unter Brüdern"

Marcel Wehns Blick in eine verborgene Gesellschaft

Der Name "Hells Angels" ist in der öffentlichen Meinung meist verbunden mit Begriffen wie Rockerkriminalität, Rauschgifthandel oder Prostitution. Stimmt eigentlich dieses pauschale Urteil? Der Karlsruher Dokumentarfilmer Marcel Wehn, 37, hat sich in seinem neuesten Film dieser Frage gewidmet. Dabei hat er den Stuttgarter Charter der Hells Angels sowie dessen Präsidenten, den Fotografen Lutz Schellhorn, über mehrere Monate begleitet.

Das Ergebnis dieser Recherchen ist zu sehen in dem Dokumentarfilm "Ein Hells Angel unter Brüdern", der am 15. Januar im Kommunalen Kino in Pforzheim Premiere hat. Der Regisseur Marcel Wehn ist an diesem Tag im Kino anwesend, um sich der Diskussion um seinen Film zu stellen.

Filmplakat
Dass sich Marcel Wehn mit seinem Thema - ein Porträt der Stuttgarter Hells Angels und ihres Präsidenten abseits der standardisierten veröffentlichten Meinung - auf ein nicht unumstrittenes Terrain begibt, zeigt sich daran, dass die allermeisten Kinos, speziell in Städten, in denen es Hells Angels Charter gibt, sich weigern, diesen Film zu zeigen. So leider auch in Karlsruhe. Das Kommunale Kino in Pforzheim ist hier eine rühmliche Ausnahme.

Marcel Wehns Filme sind bekannt dafür, sich eher verschlossenen Persönlichkeiten auf eine behutsame, aber effektive Weise zu nähern und damit durchaus interessante Einblicke zu bekommen.

Lutz Schellhorn im Interview
Dieses Talent bewies er u.a. mit seinem Diplomfilm (Filmhochschule Ludwigsburg) "Von einem der auszog- Wim Wenders' frühe Jahre" oder seinem Porträt des Filmregisseurs Oskar Roehler "Der Berührbare", und es kommt ihm natürlich auch beim brisanten Thema Hells Angels sehr zu gute. Die für einen Dokumentarfilm notwendige sorgfältige Balance zwischen Nähe und Distanz zu den Protagonisten gelingt Wehn auch in diesem Film wieder hervorragend. Er stellt die Klischees über die Rockertruppe in Frage, ohne sich mit ihnen zu verbrüdern. So gelingt es ihm wieder, hinter die Kulissen zu schauen, was dem normalen Beobachter sonst unmöglich ist.

"Erst hinter den Fragen, in den Zwischenräumen und Brüchen des mosaikhaften Porträts bringt der genaue Beobachter Wehn etwas zum Vorschein: ein richtiges, beinahe möchte man sagen, ein wahres Bild des Hells Angels oder zumindest des besonderen Angels Lutz Schelhorn." (epd Film, Hans Schifferle)

Auf Ausfahrt
Der Film wurde auf dem Neissefilmfest 2014 als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: "In seinem Film gelingt es Wehn, sich einer verschworenen Gemeinschaft zu nähern und einer gemeingültigen, festgefahrenen Meinung eine andere Nuance entgegen zu setzen. Mit Geduld und Mut lässt er sich auf eine vermeintlich fremde Welt ein und setzt sich so bewusst einem konträren Diskurs aus. Marcel Wehn schafft es, mit dokumentarisch-filmisch bewundernswerten Mitteln einer uns unbekannten Gemeinschaft ein Gesicht zu geben."

Filmtermine Kommunales Kino Pforzheim, Schlossberg 20, 75175 Pforzheim:
Do 15.01., 19:00 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs
Fr 16.01., 21:00 Uhr
So 18.01., 17:00 Uhr

Links zum Film:
Website zum Film
Website des Regisseurs Marcel Wehn
Facebook-Seite zum Film
 Trailer des Films





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