Köpfe der Region


Harald Hurst

Schriftsteller


Harald Hurst ist derzeit der erfolgreichste Autor badischer Zunge. Geboren wurde er 1945 in Buchen Aufgewachsen ist er im zerbombten Karlsruhe, fuhr anschließend zur See, und kehrte um einige Illusionen erleichtert zurück.

Mit nachgeholtem Abitur und turbulentem Studium wäre er fast als Lehrer zur Ruhe gekommen - aber eben nur fast.

Seit 1980 arbeitet Hurst als freier Schriftsteller. In seiner "Sproch für dehaimrum" kann Hurst die größten und kleinsten Katastrophen des Daseins zu Erzählungen verdicken, die den Sumpf des Alltags wohltuend locker umwälzen und in befreiendem Lachen entkrampfen.


http://www.blue-event.de/harald-hurst-01.html


Karlsruhe, 27.05.2010

Woran arbeiten Sie gerade?

Es gibt kein bestimmtes Projekt. Auf meinem Schreibtisch lauert ein kunterbunter Stapel von Entwürfen und Ideenskizzen, die ich in eine literarische Form bringen will. Daraus wird wohl ein neues Buch entstehen. Auf den Inhalt bin ich selbst gespannt.

Wie kamen Sie zum Schreiben?

Wie die Jungfrau zum Kind. Also ungeplant, überraschend und kaum zu erklären. Mit 32 war ich beruflich und privat an einem Nullpunkt. Ich war als Lehrer ohne Anstellung, hatte kein Geld, aber jede Menge Zeit und war ausreichend verzweifelt. Keine schlechten Voraussetzungen, um so etwas Verrücktes anzufangen.

Zum Glück waren meine ersten Bücher in einem Karlsruher Kleinverlag relativ erfolgreich. Es folgten Lesungen vor einem immer größer werdenden Publikum. Das erste nennenswerte Honorar verdiente ich mit Hörspielen für den damaligen SDR. So bekam die Schreiberei berufsähnliche Züge.

Wie motivieren Sie sich, wenn Sie gar keine Lust zur Arbeit haben?

Zum kreativen Arbeiten kann man sich schlecht motivieren. Da lässt sich nichts erzwingen. Der Antrieb muss aus der Sache selbst kommen. Von längerem kreativen Nachdenken ohne Ergebnis bekommt man nur Kopfschmerzen und einen vollen Papierkorb. Wenn ich spüre, dass ich keine Lust zum Schreiben habe, gebe ich mir hemmungslos frei. Mache etwas Vergnügliches. Bis ich mich wieder freiwillig und mit Freude an den Schreibtisch setze.
Wann, wo, wie kann man Sie live erleben?

Sehr live per Zufall auf der Straße. Im Sommer ab und zu vor einer Kneipe bei einem Glas Wein. Regionale Veranstaltungen werden in den BNN oder in den hiesigen Kulturblättern angekündigt. Eine eigene Homepage habe ich nicht. Aber auf der Internetseite meines Verlages findet man die wichtigsten Termine unter www.gbraun-buchverlag.de. Auch auf den Seiten meines Freundes und Kollegen Gunzi Heil kann man über das Internet fündig werden.

Wie entdecken Sie die schönen Ecken von Karlsruhe?

Ich bin in Karlsruhe aufgewachsen, kenne ziemlich jeden Winkel in dieser Stadt. Da hält sich die Entdeckerfreude in Grenzen. Ich suche daher eher nach Vertrautem. Am Marktplatz steige ich aus der Stadtbahn aus, um mich im Schlendergang treiben zu lassen. Diese Art der Fortbewegung passt zu dieser Stadt, die trotz aller Schminkversuche, eine gemütliche, liebenswerte badische Provinzmetropole geblieben ist. Da hilft auch keine im Bau befindliche Kurzstrecken-U-Bahn. Der Ludwigsplatz ist eine der schönen Ecken. Dort verdichtet sich das badische Savoir Vivre zu einem urbanen Flair. Aber man braucht schon eine feine Nase, um es zu erschnuppern. 'Karlsruhe kennen, Karlsruhe lieben'. Na ja, es dauert schon ein bisschen länger.

Was zeigen Sie Ihrem Besuch in der Region?

Bisher hat mich noch kein Besuch in die Verlegenheit gebracht, Karlsruhe näher erkunden zu wollen. Die Stadt ist keine touristische Augenschönheit, auf die schnelle Tour erschließt sich da wenig. Deshalb weiche ich gern auf die Region aus. Pfalz, Elsass, der Schwarzwald, alles nur ein Katzensprung entfernt.

Was wünschen Sie sich, was es hier noch nicht gibt?"

Ich bin wunschlos glücklich. Wem es hier an Lebensqualität fehlt, der sollte ernsthaft über sich nachdenken.

Herzlichen Dank für das Gespräch.