Köpfe der Region


Interview mit Annette Postel

Chanteuse|Musik-Kabarettistin|Sängerin


Annette Postel studierte klassischen Gesang an der Musikhochschule Heidelberg-Mannheim. Gewann mehrere renommierte Chanson- und Klassik-Preise: 1. Preis Bundeswettbewerb Chanson, Förderpreis Erika-Köth-Wettbewerb für Operngesang, 1. Preis Lotte-Lenya-Gesangswettbewerb der Kurt-Weill-Foundation NY, Kleinkunstpreis Baden-Württemberg, Tuttlinger Krähe 2010.
Entwickelte abendfüllende Programme von 30er-Jahre-Chansons mit Salonorchester über Musik-Kabarett und Musik-Comedy bis hin zu eigenen Chansons und Opernparodien.
Veröffentlichte 7 CDs und 1 DVD und zeigt Radio- und TV-Präsenz.
"Nebenberuflich" singt Annette Postel im klassischen Sopranfach: Oper (Pamina/ Mozarts Zauberflöte, Donna Elvira / Mozarts Don Giovanni) Operette (Ottilie/ im Weißen Rössel, Eliza Doolittle/ My fair Lady), Oratorien und Liederabende.


http://www.annette-postel.de


Karlsruhe, August 2010

Woran arbeiten Sie gerade?

Ich bereite gerade einen großen Gala-Abend vor, der am 1.9. in Ötigheim auf der großen Freilichtbühne stattfinden wird. An diesem Abend wird mein neues Programm "inteam" Premiere haben. Es ist nach dem Filmschlagerprogramm "Heut Nacht ist mir so O-la-la" mein 2. Programm mit dem wunderbaren Salonorchester Schwanen und am 1.9. werden wir aus beiden Programmen jeweils best off zeigen. Sozusagen als Doppelabend. Unter dem Titel: "Sehnsucht". Es wird sehnsuchtsvoll, aber auch urkomisch, so wie das "Leben einer Chanteuse" eben so ist.

Das Salonorchester Schwanen ist unglaublich und macht jeden Quatsch mit. Die Musik umfasst alles, was ich liebe: vom Filmschlager der 30er Jahre (Liebling, mein Herz läßt Dich grüßen) über Kabarettlieder von Georg Kreisler und eigene Opernparodien bis zu einer Parodie auf "I can't get no Satisfaction" (von Wolfgang Heinzel) und einmal wird sogar auf der Bühne Tango getanzt.

Warum sind Sie Chanteuse geworden?

Puh - für den Beruf Köchin, Pilotin oder Chemikerin wäre ich wohl einfach zu unbegabt gewesen. ;-). Angeblich sang ich, bevor ich reden konnte. (Freunde können es sich nicht vorstellen, dass es eine Zeit gegeben haben soll, in der ich nicht geredet habe) Vielleicht war das der Anfang.

Ich habe schon immer gerne und viel gesungen, gerne Texte auswendig gelernt und gerne vorgetragen. Außerdem bin ich eine "Selbermacherin" und eine Chanteuse kann sich quasi immer wieder neu erfinden. Mit meiner Liebe zu den 20er Jahren habe ich meine ersten Chansonabende bestritten und heute schreibe ich manches selbst, lasse schreiben oder mische alt und neu. Ich entwickle meine eigene Regie, gemeinsam mit den Musikern den Programm-Ablauf und mit meinem Techniker den Lichtplan, ich darf anziehen, was ich will, singen, was ich will, sein, wie ich will. Wenn das nicht ein Grund ist, Chanteuse zu werden!?
Gut, ein komplettes Gesangsstudium, samt Meisterkursen und Privatunterricht bis heute gehört natürlich auch dazu?

Woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Aus meinem Alltag, aus Gesprächen, aus Erlebnissen, Beobachtungen, Aufführungen. (Nicht aus dem Fernsehen, denn ich habe schon lange keinen mehr.)

Wie motivieren Sie sich zur Arbeit?

Das muss ich nicht, ich muss mich eher motivieren, nicht zu arbeiten und mal den Kopf abzuschalten.

Wann, wo, wie kann man Sie live erleben?

Auf unterschiedlichen Bühnen in ganz Deutschland, mittlerweile auch in Österreich und der Schweiz, immer mal wieder auch im Tollhaus und im Staatstheater Karlsruhe. Meistens mit Klaus Webel, meinem "Spielgefährten am Flügel" seit 10 Jahren, mal mit meinem Lieblingskollegen Gunzi Heil oder dem SalonOrchester Schwanen. Was, wann wo - das findet man am besten aktuell im Terminkalender auf meiner Website.

Wie entdecken Sie die schönen Ecken von Karlsruhe?

Am liebsten beim Essen. Da gibt es immer schöne Plätze fürs Auge und Leckeres für den Gaumen. Ich mag auch sehr das viele Grün der Stadt, den Stadtgarten und den Schlosspark.

Was zeigen Sie ihrem Besuch in der Region?

Das Schloss, Schlossgarten, diverse Restaurants, evtl. Museen, Tangoveranstaltungen, Tollhaus, Staatstheater, Kinos - je nach Laune

Was wünschen Sie sich, was es hier noch nicht gibt?

Kulturvernetzungen aller Bühnen zu einem Karlsruher-Kleinkunst-Festival, eine openstage-Bühne für Kleinkünstler, die diesen Beruf beginnen wollen, openair-Milongas (Tangoveranstaltungen) und ein Biorestaurant auf einem schönen Platz inmitten von Bäumen.

Vielen Dank für das Gespräch


Karlsruhe, August 2010