Köpfe der Region


Interview mit Gisela Konrad-Vöhringer

Vorsitzende der Bürgerinitiative Zivilcourage e.V.


Nach Karlsruhe kam ich als alleinerziehende
Mutter mit 2 kleinen Kindern. Berufliche Entwicklung und soziales Engagement waren dadurch und durch die Erfahrungen der Nachkriegszeit geprägt.

Etwas zum gedeihlichen Zusammenleben der Menschen in unserer Gesellschaft beizutragen, war mein Motiv für die Mitarbeit bei Amnesty International, als langjährige Geschäftsführerin der Telefonseelsorge Karlsruhe, als Gründungsvorsitzende des Karlsruher Frauenhauses und für andere sozialpolitische Aktivitäten wie der BI Zivilcourage. Inzwischen bin ich wieder verheiratet und überzeugte Bürgerin unserer Stadt.



http://www.buergerinitiative-zivilcourage.de


Sie sind Vorsitzende der Bürgerinitiative Zivilcourage e.V. Welche Ziele verfolgt der Verein?

Wir möchten die Menschen in unserer Stadt dafür sensibilisieren, dass unsere Sicherheit auf Straßen und in anderen öffentlichen Räumen auch von unserer Mitverantwortung abhängt, indem wir auf geeignete Weise zur Deeskalation von ewaltsituationen beitragen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die Bürgerinitiative zu gründen und mit welchen Schwierigkeiten war das verbunden?

Die Berichte über Situationen, in denen Menschen ohne ersichtlichen Grund Opfer von Gewalt geworden waren und oftmals keine Hilfe von Umstehenden erhalten hatten, haben mich veranlasst eine Bürgerinitiative zu gründen.
Ich stieß erfreulicherweise auf großes Interesse bei Bürgerinnen und Bürgern
Und bei Organisationen, die Kooperationspartner wurden.
Eines der Probleme war die Finanzierung unseres Deeskalationskonzepts

Sie wollen besondere Kenntnisse vermitteln über Deeskalationsmethoden
im öffentlichen Raum. Wie machen Sie das?

Wir führen sogenannte Bürgertrainings in Zivilcourage durch, in denen unsere geschulten Deeskalationstrainer und -trainerinnen vermitteln, wie man sich selbst schützen und anderen in bedrohlichen Situationen in der Öffentlichkeit gewaltfrei und opferzentriert helfen kann. In praxisnahen Beispielen werden Wahrnehmung und angemessene Reaktionen geübt und so solidarisches Handeln gefördert.
Haben Sie den Eindruck, dass Gewalt im öffentlichen Raum in unserer Region in den letzten Jahren zugenommen hat?

Es hat sich der Charakter der Gewalt geändert. Die Täter sind jünger geworden,
die Brutalität ohne ersichtlichen Grund hat zugenommen, Täter suchen die Provokation, um ihre Aggression auszuleben.

Wer sollte Ihre Vorträge und Bürgertrainings besuchen. Welche Ziel- und Altersgruppen sprechen Sie an?

Es ist ein Angebot an alle Bürger/innen der Stadt und des Landkreises.

Welchen Umfang hat das Bürgertraining?

Es findet in der Regel freitags 16 -20 Uhr statt und setzt sich samstags von 9.30-13.30 fort. Die Einzelheiten erfahren Interessenten über Presse und Verein
direkt.

Was gefällt Ihnen an Karlsruhe?

Karlsruhe hat ein attraktives Freizeit- und Kulturangebot
Ich wünsche mir, dass die Menschen ohne Angst daran teilnehmen können.

Vielen Dank für das Gespräch.


Karlsruhe, April 2013