Köpfe der Region


Interview mit Hossein Fayazpour





Woran arbeiten Sie gerade?

Ich leite eine Großküche, in der wir für Schulen, Horte und Kindergärten wohlschmeckendes, vitales Essen aus möglichst frischen und biologischen Zutaten aus der Saison und Region zubereiten. Vitale Lunchbox ist eine gemeinnützige GmbH und hat sein Augenmerk auf fair Trade und die Qualität der Speisen in Zusammenhang mit einer gesunden Einstellung zum Thema Ernährung. Dazu kommt meine Tätigkeit als Vorsitzender der Tischlein Deck Dich e.V. i.g. Und natürlich mein neuestes Projekt: Das KinderKochMobil.

Wie sind Sie auf die Idee mit der Großküche gekommen?

Mein Sohn war auf einer Privatschule, und obwohl einige Eltern in der Elternbeiratschaft, es immer wieder versucht haben die Kantine mit gesundem und kindgerechtem Essen zu bestücken, scheiterten unsere Versuche meistens an nicht vorhandenes Bewusstsein und Verständnis der Eltern, der Behörden und der Schulleitung.

Auch als ich Küchenchef bei ViVa-Restaurant war, damals das einzig vollwertig, biologisch und vegetarisches Restaurant in Karlsruhe war, habe ich auf verschiedenen Wegen versucht die Kommunikation mit verschiedenen Montessori Einrichtungen und Schulen anzuregen.

Es war ein langer Weg, aber jetzt habe ich das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Wir beliefern inzwischen über 20 Schulen und Kindergärten im Raum Karlsruhe mit gesundem Essen.

Warum glauben Sie, dass das "Tischlein-Deck-Dich" wichtig ist?

Tischlein Deck Dich" möchte ein wertvolles Miteinander an den Schulen zwischen Erwachsenen und Kindern anregen. Ein sinnvolles Vorbild sein - ein Gegengewicht zur oft schlechten Ernährung und zur Wegwerfmentalität in unserer Gesellschaft.

Unserem Verein "Tischlein Deck Dich" geht es nicht nur darum, mehr "Gesundes oder Biologisches zu essen" , sondern Eltern und Kinder zu stärken, die Kinder mit Wissen, Begeisterung und Genuss rund um das Thema Essen anzustecken und die damit verbundene Verantwortung vorzuleben.
Mit welchen Schwierigkeiten haben oder hatten Sie zu kämpfen?

"Schwierigkeiten" ist ein weit gefächertes Wort und "kämpfen" empfinde ich in diesem Zusammenhang nicht wirklich die passende Wortwahl. Ich denke, es kommt ganz darauf an, mit welchen Erwartungen man an einem Projekt heran geht. Hauptsache ist dass wir existieren! Natürlich möchte man schnell wie nur möglich vorankommen, umkrempeln, neu gestalten und erweitern. Dennnoch denke ich, dass kein Mensch wirklich richtig Fahrrad fahren lernen wird, wenn er nur auf geraden asphaltierten Strassen lenkt.

Wer unterstützt Sie?

Ohne eine Vernetzung mit anderen gleich denkenden Menschen kommt man zwar auch voran, wird allerdings unterwegs nicht so viel Freude und Liebe erfahren.
Es existiert bereits eine Vernetzung von interessierten verantwortungs- bewüsten Menschen in Karlsruhe die uns mit Tat und Rat zur Seite stehen, unter anderem: Herr Dr. Mentrup, der neue OB- Karlsruhe ist. Unser Schirmherr
Herr Sören Anders der jüngste Sterne koch Deutschlands ist mit Leib und Seele dabei. Wir werden vom Herrn Timo Steigleder Steuer- Technik beraten, und darüber hinaus tatkräftig unterstützt. Frau Yps Knauber steht uns von Anfang an für die Öffentlichkeitsarbeit zur Seite. Und Monika Wehn, die Leiterin des Freizeitclubs Karlsruhe, sammelt als Spendenläuferin für unser neues Projekt das KinderKochMobil.

Was ist eigentlich das KinderKochMobil?

Das KinderKochMobil (KiKoMo) ist eine Küche auf Rädern mit einem Kräutergarten auf dem Dach. Es kann an Schulen und Kindergärten oder im Grünen aufgestellt werden. Hier entdecken wir mit den Kindern die Welt des Geschmacks, lernen Obst, Gemüse und Gewürze kennen, und wir zeigen ihnen, wie sie lecker zubereitet werden können. Hier lernen Kinder zu unterscheiden, was krank macht und was fit hält.

Karlsruhe, im September 2013