Köpfe der Region


Interview mit Ingo Litschka

Fechtmeister


Ich bin 1968 in Pforzheim geboren, wo ich auch mein Atelier habe, war 1991 -92 Kunstschule Stuttgart und bin seitdem als freischaffender Künstler (Konstruktivismus) tätig und seit diesem Jahr auch von der Galerie Pack of Patches auf der Art karlsruhe vertreten.
Vor 10 Jahren kam das hist. Schwertfechten dazu und Walter Neubauer (Ochs eV) war nicht nur Übungsschwertlieferant sondern so gut im Vermitteln dieser faszinierenden Techniken, dass ich nun selber unterrichte und das zu meiner großen Freude in Karlsruhe.


http://www.fecht-hut.de


Woran arbeiten Sie gerade?

Am Aufbau meiner Fechtschule und dabei gezielt an einem Kurs für Teenager, und eben an der Weiterentwicklung meiner freien Kunst.

Warum gerade ein Kurs für Teenager? Wie können sie vom historischen Fechten profitieren?

Nun, einerseits, weil das Lernen hier immer noch etwas Spielerisches haben kann und andererseits, weil sie lernen, mit ihrem Trainingspartner verantwortungsvoll umzugehen. Denn hier werden nur beide besser, einen Verlierer gibt es nicht, dafür aber viel zu entdecken. Nebenbei gehen auch einige Vorurteile über das europäische Mittelalter verloren.

Außerdem wird dabei auch das dreidimensionale Denken angeregt, dass man immer wieder die nächste Blöße bzw. die nächste Lösung finden muß, erfordert geistige und körperliche Beweglichkeit.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Eine Fechtschule aufzubauen? Vielleicht weil ich im Laufe der Zeit ins Erklären hineingewachsen bin.

Was wollen Sie erreichen?

Jugendlichen und auch Erwachsenen diesen faszinierenden europäischen Sport näherzubringen. Zu zeigen, dass es um Technik, Offenheit und Flexibilität geht, nicht ums "Dreschen."
Sie sind auch Künstler. Was machen Sie?

Angefangen habe ich eigentlich als freischaffender Künstler mit konstruktivistischen Arbeiten, die sich mit Schatten beschäftigen und damit spielen. Zuerst waren es gebogene Plexiglasplastiken, die nun nach fotografischer Bearbeitung als transparente Foliendrucke einen Schritt weitergehen, durch ihre Transparenz werden sie selbst wieder zur Plastik, also zu einem Schatten gebenden Objekt.

Was war ihr größter Erfolg?

Nach einer Pfusch OP wieder ins Leben zurückgefunden zu haben und weitervermitteln zu können, was ich am liebsten mache.

Was gefällt Ihnen an Karlsruhe und der Region?

Die Offenheit mit der man mir hier begegnet. Und dass ich hier geistige Nahrung für meine Kunst finden kann.

Was wünschen Sie sich, was es in der Region noch nicht gibt?

Vielleicht eine Initiative, weg von den Daddelgames hin zu echtem Schwertfechten und Leben?

Vielen Dank für das Gespräch


Karlsruhe, April 2011