Köpfe der Region


Interview mit Kai Troeger

Comedian, Kabarettist, Moderator


Obwohl er in Karlsruhe erfolgreich sein Diplom als Bauingenieur absolvierte, kennt man Kai Troeger seit 1995 nur noch als "Kai Ahnung". Damals gründete er die Comedy-Gruppe "Die ALzHeiMER", die bis heute besteht und mit der er nicht nur über 200 Auftritte bestritten, sondern auch Auszeichnungen, wie z.B. "(Comedy-) Künstler des Jahres 2002" eingeheimst hat. Seit 2004 ist er zusätzlich wieder als Solokünstler unterwegs und verkörpert mittlerweile 50% des Kabarett-Duos "Die Kratzbürsten".
Neben seinen eigenen Auftritten als Kabarettist, Comedian und Moderator ist er auch als Autor für andere Künstler tätig und vielen Leuten von seinen Kolumnen bekannt.


http://www.kai-ahnung.de


Was gefällt Ihnen an Karlsruhe?

Ich bin hier geboren, zur Schule gegangen und habe hier studiert. Somit habe ich hier viele Freunde und meine familiären Wurzeln. Meine knappe Freizeit verbringe ich gerne im Schlossgarten. Wenn man viel in anderen Städten unterwegs ist, wird einem besonders bewusst, wie schön grün unser Karlsruhe ist. Außerdem kann man alles bestens per Rad oder Straßenbahn erreichen. Das ist schon eine Menge wert.

Was sind Ihre derzeitigen Projekte?

In Karlsruhe bin ich hauptsächlich als Teil der "Kratzbürsten" aktiv. Neben klassischen Kabarettabenden organisieren wir regelmäßig das "Karlsruher Lesefrühstück" und arbeiten gerade verstärkt an der "AUTORiKA - Dem Autorenwettbewerb für Karlsruhe".
Als Solokünstler "Kai Ahnung" spiele ich mein abendfüllendes Programm "Einmal Single - und zurück" und moderiere immer wieder gerne Veranstaltungen.

Sehen Sie sich eher als Kabarettist oder Comedian?

In der heutigen Medienlandschaft wird jeder, der irgendwie versucht witzig zu sein, schon als Comedian gehandelt, da man sich dadurch mehr Umsätze erhofft. So werden selbst Kabarettisten schnell zu Comedians und der Übergang immer fließender. Persönlich gefällt mir Kabarett besser.
Meine Basis als "Kai Ahnung" ist zwar die Comedy, da ich immer versuche auch Lacher im Publikum zu erzeugen und nicht nur das genüssliche Grinsen eines Oberstudienrats mit Rollkragenpullover ernten will. Mein Anspruch ist es aber auch, dabei stets zum Nachdenken anzuregen und nicht nur den oberflächlichen Spaß zu haben. In vielen meiner Texte sind doppelte Böden und versteckte Anspielungen enthalten, die dann halt nur denen auffallen, die wirklich zuhören. Durch diese Art und Weise schaffe ich es meistens, jeden im Publikum anzusprechen.

Sind Sie dem KSC verbunden?

Anno 2000 habe ich mit meiner Comedy-Gruppe "Die ALzHeiMER" die Weihnachtsfeier des KSC bespaßt. Die entstandenen Freundschaften führten u.a. dazu, dass unser Lied "Karlsruh?" im Stadion lief und ich vor einigen Jahren zusammen mit der Sean Treacy Band die Hymne "KSC – Mein Verein" schrieb. Da es damals leider nicht zu einer Veröffentlichung kam, gibt es das Lied als kostenlosen Download auf meiner Homepage. Damit möchte ich alle KSC-Fans beschenken und motivieren.

Was sind ihre Pläne und Wünsche?

Seit ich eine Tochter habe, steht bei mir das Familienglück an oberster Stelle. Was das Künstlerische angeht, würde ich sicherlich als Moderator einer Fernsehsendung, z.B. für den SWR, eine spannende Herausforderung sehen.

Vielen Dank für das Gespräch.


Karlsruhe, Juni 2010