Köpfe der Region


Interview mit Roland Maier

Kabarettist


Geboren und aufgewachsen in Pforzheim, jetzt wohnhaft in pfälzischen Maximiliansau. Studium an der heutige Hochschule für Technik mit dem Abschluss zum Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH).

Erste Berührung mit der Kleinkunst 1985 bei amnesty international in der Kabarettgruppe der Pforzheimer Ortsgruppe. Nach einem Ausflug als Musicalautor mit dem Komponisten Stefan Wurz, inzwischen seit zwölf Jahren als Solokabarettist in der Region unterwegs.

2001 Veröffentlichung von Kurzgeschichten im G-Braun-Verlag in einem Buch mit dem Titel "Lass mich bitte mal ausreden".


http://www.rolandmaier.de


Karlsruhe, Juli 2010

Woran arbeiten Sie gerade?

Ich arbeite ständig an neuen Stücken und das heißt Schreiben, Text lernen, proben und dann ab auf die Bühne. Ich ändere ständig mein Programm. Es ist ein rollierendes System. Damit ich den Überblick bewahre habe ich eine riesige Tabelle in der vermerkt ist, wann ich wo, welches Stück gespielt habe. Ich will vermeiden, dass die Zuschauer irgendwann meine Texte mitsprechen.

Wie kamen Sie zum Kabarett?

Ich war bei amnesty international in Pforzheim engagiert, dort gab es eine Kabarettgruppe, die Geld gesammelt hat für die Arbeit von amnesty, irgendwann habe ich auch getextet und habe dabei gemerkt, dass schreiben eine wunderbare Therapie ist für Egomanen und man geht dabei den anderen nicht auf den Wecker. Es war also kein Zufall bei mir. Ich würde sagen, irgendwann musste es ja raus.

Wie motivieren Sie sich, wenn Sie gar keine Lust zur Arbeit haben?

Gar nicht. Wenn ich keine Lust habe, dann lasse ich es sein. Ich bin in der glücklichen, aber auch verzweifelten Lage, dass ich noch einen ordentlichen Beruf habe. Verzweifelt deshalb, weil ich immer mehr Lust zur künstlerischen Arbeit habe, wie Zeit. Die Lust zu texten und zu spielen ist groß genug, dass ich in unlustigen Zeiten ruhig mal den Stift weglegen kann, der ja in meinem Hightech-Büro längst schon eine Tastatur ist. Manche gehen golfen, ich mache eben Kabarett.
Machen Sie auch Lesungen?

Lesungen? Nur wenn ich während der Vorstellung meinen Text vergesse und dann auch nur wenige Sekunden. Aber Vorstellungen gebe ich schon, sonst müsste ich ja alles für mich behalten.

Wie entdecken Sie die schönen Ecken von Karlsruhe?

Zufällig, oder ich kenne sie schon. Da ich einen sehr schlechten Orientierungssinn habe, gehe ich auch selten auf Entdeckungstour. Ich bin immer froh, wenn ich wieder nach Hause finde.

Was zeigen Sie Ihrem Besuch in der Region?

Den Schlosspark, das Schloss, das Bundesverfassungsgericht und zum Schluss die Eisdiele.

Was wünschen Sie sich, was es hier noch nicht gibt?

Was meinen Sie mit hier?
Hier Karlsruhe, wo ich jeden Tag bin
Hier in Maximiliansau, wo ich wohne
Hier an meinem Schreibtisch, wo ich gerade sitze?
An allen 3 Orten kann ich wunschlos zufrieden sein.

Vielen Dank für das Gespräch.


Karlsruhe, Juni 2011