Köpfe der Region


Interview mit Sascha Binoth

Geschäftsführer der CIK und Citymanager von Karlsruhe


Sascha M. Binoth, geboren 1968 in Karlsruhe, studierte Verwaltungswissenschaften, Betriebswirtschaft und Medienpädagogik. Nach dem Studium war er in verschiedenen beruflichen Bereichen und Funktionen tätig. Zunächst arbeitete er als Abteilungsleiter beim Baden-Württembergischen Handwerkstag und anschließend folgten Tätigkeiten als Projektleiter des Electronic Commerce Centrum Stuttgart, als Geschäftsführer von verschiedenen Wirtschaftsorganisationen im Bereich Handwerk, Einzelhandel und Industrie sowie als Geschäftsführer und Gesellschafter von verschiedenen Consulting-Unternehmen und des Internationalen Wirtschaftsforums.

Danach kehrte er nach Karlsruhe zurück, wo er seit 2001 als Citymanager der Stadt Karlsruhe in der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH und seit 2002 als Geschäftsführer der City Initiative Karlsruhe e.V. tätig ist. Seine Tätigkeitsschwerpunkte umfassen das Stadt-, City- und Baustellenmarketing der Stadt Karlsruhe sowie die Entwicklung und Umsetzung von Kundenbindungsmaßnahmen und Netzwerkinstrumenten sowie neuen Service- und Zertifizierungsprojekten.


http://www.cityinitiative-karlsruhe.de


Welche Aufgaben hat ein Citymanager und was liegt Ihnen momentan am meisten am Herzen?

Eine große regionale Tageszeitung hat einen Citymanager einmal so beschrieben: Er ist zugleich Diplomat, Dompteur und Prügelknabe. Ich finde diesen Vergleich eigentlich sehr passend, dieser zeigt, wie schwierig und vielfältig meine Aufgaben sind. Als Citymanager vermarkte ich den Handel, die Gastronomie, die Hotellerie, das Handwerk, die Dienstleister sowie soziale Einrichtungen, Kunst- und Kultureinrichtungen.
Momentan liegt mir sehr am Herzen, dass Unternehmen stärker zusammenarbeiten und sich vernetzen, um sich in dieser schweren Zeit des Umbaus gegenseitig zu stärken.

Man sagt, Sie seien ein kreativer Vorreiter, dessen effektive Projekte gerne auch von Citymanagern anderer Städte übernommen werden. Stimmt das?

Ich freue mich, dass die City Initiative Karlsruhe zu den Besten in ganz Deutschland gehört und viele Städte und Wirtschaftsorganisationen unsere Ideen übernehmen. Bei der City Initiative Karlsruhe sind die engagiertesten sowie besten Unternehmen und Mitarbeiter beteiligt. Daher wurden viele unserer wirklich tollen und sehr erfolgreichen Projekte, wie das Bonus- und Mobilitätssystem KARLSRUHER, der Hotelstern im Mai, der Karlsruher Geschenkgutschein, das Kinder- und Familienfreundliche Zertifikat, das Seniorenfreundliche Zertifikat und noch mehr Projekte, von anderen Städten und Organisationen übernommen.
Die City Initiative ist Ansprechpartner für über 600 Firmen und 4300 Mitglieder. Sie stemmen kreative Großprojekte in der eigenen Stadt und gemeinsame Projekte mit anderen Städten.Woher nehmen Sie als Leiter die Energie, um das alles zu bewältigen?

Am meisten motiviert mich das große Engagement und die große Kreativität mit der unsere Mitgliedsunternehmen und deren Mitarbeiter sich bei uns einbringen. Dadurch können wir so großartige und gigantische Projekte erst entwickeln und so erfolgreich in die Tat umsetzen. Dadurch sind unsere Mitglieder ein Vorbild für alle Unternehmer in Deutschland.

Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit?

Ich verfüge über sehr wenig Freizeit, daher verbringe ich diese knapp bemessene Zeit ausschließlich mit meiner Familie.

Was gefällt Ihnen an Karlsruhe?

Karlsruhe ist eine großartige Einkaufs- und Erlebnisstadt, das finde ich einfach bemerkenswert. Die familiäre Atmosphäre in dieser Großstadt ist ein weiterer Aspekt, weshalb ich in Karlsruhe gerne arbeite und lebe. Außerdem schätze ich die fächerförmige Struktur der Stadt, somit ist das Schloss automatisch das Zentrum der Stadt.

Was gefällt Ihnen nicht?

Dass eine so vielseitige Sportstadt wie Karlsruhe derzeit nicht in der oberen Liga mitspielt und das weder mit dem KSC noch mit der BG Karlsruhe. Ich würde mir wünschen, dass sich dies bald ändert und dass Karlsruhe ganz Deutschland zeigt, wie erstklassig die Stadt auch in puncto Sport ist.

Was wünschen Sie sich, was es noch nicht gibt?

Ich würde mir wünschen, dass Karlsruhe und die Region noch stärker zusammenarbeiten, sodass eine Wirtschaftsregion Karlsruhe, ähnlich wie sie in anderen Regionen bereits bestehen, entsteht. Dafür müssten aber alle Akteure der Region ganz egal aus welcher Branche stärker zusammenarbeiten.

Vielen Dank für das Gespräch.


Karlsruhe, September 2013