Specials - Faschingsflirt


Kurze Lust - langer Frust!

Beispiele aus der Praxis

Die Autorin Sylvia Eisenmenger beschreibt in Praxisbeispielen, wie Reginas heißer Kollegenflirt zur Kündigung führte. Wie Klaus wegen eines kurzen sexuellen Abenteuers die Polizei einschalten musste und wie Barbaras harmlose Küsse mit dem Nachbarn dessen Frau in den Alkohol trieb.

KOLLEGENFLIRT

Regina hatte Spaß. Richtig Spaß. Sie hatte bereits schon ein paar Gläschen Sekt getrunken, als ihr gutaussehender Kollege die Bar des Tanzlokales betrat. Nie im Leben hätte sie daran gedacht mit diesem korrekten und kühlen Vorgesetzten etwas anzufangen. Aber heute war alles anders. Karneval, gute Laune, die Luft knisterte vor erotischer Spannung. Seine an ihr Ohr gehauchten Komplimente taten ein übriges. Es dauerte nicht lange, bis beide verschwanden und sich ihrer Lust hingaben. Bitter wurde es für Regina erst, als sie wieder in der Firma auftauchen musste und ihr Kollege keine Notiz mehr von ihr nahm. Er ignorierte sie einfach. Sie kam sich schäbig und billig vor, spürte überall abwertende Blicke von anderen Kollegen, selbst wenn da gar keine waren. Nach Wochen hielt sie es nicht mehr aus und kündigte.


DAS ABENTEUER ENDETE MIT DER SCHEIDUNG

Klaus war immer ein liebevoller Familienvater gewesen. Seine Frau und die Jungs waren außer seinem Job seine Erfüllung. Als er mit seinen Sportkameraden eine Faschingsfeier nach dem Training besuchte, dachte er, es sei nur auf einen Drink und dann ginge er nach Hause. Es kam anders. Die quirlige Susanne stellte sich neben ihn, lächelte ihn so süß an und schon befanden sich beide bei heißen Rhythmen auf der Tanzfläche. Verschwitzt und erschöpft traten sie nach draußen um Luft zu schnappen und es dauerte keine fünf Minuten bis sie sich knutschend hinter einem Müllcontainer wiederfanden. Ihre sexuelle Lust war derart angestachelt, dass es keinen Halten mehr gab. Erst als sich Klaus sein Hemd wieder in die Hose stopfte, wurde ihm klar, was er da getan hatte. Doch aus dieser Nummer kam er so leicht nicht wieder raus. Susanne war nicht die Frau, die sich gleich wieder abservieren ließ und nur auf ein Abenteuer aus gewesen war. Sie stellte ihm und seiner Familie so lange nach, bis Klaus entnervt die Polizei einschaltete und seine Frau ihn mit den Kindern völlig enttäuscht verließ. Heute lebt er immer noch alleine und ist ein gebrochener Mann.


MISSTRAUEN ZERSTÖRTE DIE BEZIEHUNG

Barbara und Peter waren ein sehr beliebtes Paar. Sie waren immer und überall dabei, hatten viel Spaß und verbreiteten gute Laune im Sekundentakt. Auf einer privaten Faschingsfeier flirtete Barbara mit ihrem Nachbarn was das Zeug hielt. Aber es blieb bei ein paar harmlosen Küsschen, einer Umarmung und viel Gelächter. Trotzdem wurde Peter sauer und ihre Nachbarin tief gekränkt. Es folgte eine grausame Zeit für Barbara: ihre Nachbarin sprach kein Wort mehr mit ihr und ihr Mann begann, sie immer mehr zu kontrollieren. Das Misstrauen war gesät. Die Ehe hielt noch zwei grässliche Jahre, die geprägt waren von Kontrolle, Streit und Hass. Trotz ihrer Beteuerungen, dass sie ihren Mann liebe, nie auch nur die Absicht hatte, ihn zu betrügen, war die Beziehung nicht mehr zu retten. Peter wollte so gerne vertrauen, er wollte seine Frau nicht verlieren, aber es war ihm nicht möglich, wieder liebevoll und zuversichtlich mit ihr umzugehen. Die Ehe der Nachbarn zerbrach ebenfalls, obwohl zwei kleine Kinder zu versorgen waren. Die junge Nachbarin konnte diesen Abend nie verwinden und betäubte die Erinnerung daran mit Alkohol. Sie lebt heute in einem Heim.

Wir sehen, nicht jeder ist nach einem Seitensprung glücklicher. Manch einer muss einen verdammt hohen Preis für ein unbedachtes und kurzes Vergnügen bezahlen. Wenn Sie selbst mit dem Gedanken spielen, ihren Partner zu betrügen, wägen Sie gründlich ab, ob sich der Einsatz lohnt. Wenn Sie plötzlich vor dem verlockenden Moment stehen, einer Verführung nachzugeben, halten Sie eine Sekunde inne und denken daran, wie viele solch ein kurzes Vergnügen schon bitterlich bereut haben und sich wünschten, man könne die Zeit zurückdrehen. Wie schnell kann das Gefühl von Abenteuer und sexueller Befriedigung dem Gefühl von Einsamkeit und Enttäuschung weichen. Wie schnell kann ein unbedachter Seitensprung mehr zerstören als er im wundervollsten und erotischsten Moment einbringen kann.

Autor: Silvia Eisenmenger, Autorin, Dozentin, Lebenshilfe

Die Autorin Sylvia Eisenmenger wuchs im historischen Ettlingen auf und ist seit Ende der siebziger Jahre in der Erwachsenenbildung tätig. Ihr erstes Buch "Geschieden, weil ich es mir wert bin" wurde im Januar 2009 veröffentlicht und erfreut sich großer Beliebtheit. Ihr Ratgeber wurde mittlerweile von großen Frauenzeitschriften, der regionalen Presse und auch im Rundfunk empfohlen. Für die Frauenzeitschrift tina beantwortet sie regelmäßig Beziehungsfragen. Neben ihren Lesungen hält Sylvia Eisenmenger mutmachende und lebensbejahende Vorträge unter dem Motto "Weil ich es mir wert bin".

Email: ed.xmg@SPAM45nielkeivlys





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