Köpfe der Region


Michaela Sambanis

Romanautorin & Wissenschaftlerin


Aufgewachsen in der Karlsruher Südweststadt, studiert Michaela Sambanis zunächst Lehramt und unterrichtet mehrere Jahre an Grund- und Hauptschulen in Karlsruhe und bei Bruchsal.
Seit 1998 bildet sie Lehrkräfte aus, promoviert 2001 und habilitiert sich 2006. Sie veröffentlicht wissenschaftliche und unterrichtspraktische Bücher und Artikel. Ende 2009 folgt ihr Debütroman "Academica oder wo geht's denn hier zum Lehrstuhl?".
Seit einigen Jahren leitet Michaela Sambanis am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) in Ulm die wissenschaftliche Begleitung des Modells "Bildungshaus 3-10"œ. Weiterhin lehrt sie an der PH Karlsruhe und schreibt, wann immer sie Zeit dafür findet.


http://www.michaela-sambanis.de


Karlsruhe, 05.09.2010

Woran arbeiten Sie gerade?

Seit einiger Zeit sammle ich Ideen für einen zweiten Roman und überlege, wie die Erzählstruktur aufgebaut sein könnte. Außerdem arbeite ich an einem Artikel zum Bildungshaus und an einem Vortrag zum Bewegungslernen im Fremdsprachenunterricht. Es ist eigentlich immer so, dass ich an verschiedenen Publikationsprojekten parallel arbeite – an den einen mehr dienstlich, an den anderen in meiner Freizeit.

Wie kamen Sie zum Schreiben?

Dank Uli dem Fehlerteufel! Mit ihm und infolge der wunderbaren Schwungübungen meiner Lehrerin an der Südendschule in Karlsruhe, lernte ich Lesen und Schreiben. Schon als Schulanfängerin war ich der Ansicht, dass das, was man in der Schule lernt, auch irgendwie nützlich sein sollte. Es war's nicht immer, rückblickend beurteilt, aber das Lesen und Schreiben machte ich mir sofort zunutze, schrieb Briefe und Texte und gründete eine Theatergruppe, mit der wir bei Klassenfesten auftraten.

Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mal gar keine Lust zum Schreiben haben?

Dann setze ich mich in eine Tonne und warte auf Inspiration. Nein, im Ernst: ich schreibe ziemlich regelmäßig, aber ich brauche auch Zeit zum Lesen und Nachdenken. An manchen Tagen geht das Schreiben schneller von der Hand, an anderen will es nicht klappen. Ich versuche es in jedem Fall, aber wenn das Blatt weiß bleibt oder ich ständig verwerfe, was ich geschrieben habe, dann schalte ich nach einer Weile den PC ab, mache einen Spaziergang, bearbeite andere Baustellen und wache in der Nacht auf, weil sich plötzlich die Ideen zusammenfügen, die am Tag verstreut oder unentdeckt geblieben waren.
Auf meinem Nachttisch liegen immer Block und Bleistift, und manchmal staune ich am Morgen, was ich in der Nacht geschrieben habe. Das Gehirn ist schon bemerkenswert: oftmals braucht es den Offline-Modus des Schlafs, um Dinge bearbeiten zu können.

Machen Sie Lesungen?

Lesungen mache ich sehr gerne! "Academica oder wo geht's denn hier zum Lehrstuhl?" ist eines jener Bücher, das sich, nicht zuletzt durch seine Episodenstruktur, besonders gut für Lesungen eignet. Ich liebe es, den Text zum Leben zu erwecken und freue mich, wenn die Teilnehmer zusammen mit mir bei lustigen Szenen lachen und mit mir ins Gespräch kommen. Ich schätze diese Interaktion zwischen Autor und Lesern in besonderem Maße.

Welches sind für Sie die schönen Ecken Karlsruhes?

Ich fühle mich der Stadt verbunden und genieße es, wenn ich etwas freie Zeit habe, die ich beim Schlendern durch die Innenstadt Karlsruhes verbringen kann. Es gibt viele schöne Ecken in Karlsruhe: Schlosspark, Ludwigsplatz, Marktplatz, Stadtgarten und Zoo, aber auch zum Einkaufen bin ich gerne dort und das ZKM ist sehenswert. Ich finde es schön, wie es gelungen ist, die Stadt zu begrünen. Das ist etwas Besonderes! Außerdem liebe ich es, eben mal schnell ins Elsass fahren zu können. Es ist kein Zufall, dass eine Episode meines Romans in Straßburg spielt und von Kulinarischem, Kultur sowie von einem exzentrischen Künstler handelt.

Vielen Dank für das Gespräch.