Köpfe der Region


Sabine Kampermann


Sabine Kampermann lebt mit Mann, Sohn, Tochter, zwei Kaninchen und drei Mäusen in der Waldstadt. Sie liest und schreibt Fantasy, aber nicht nur, frei nach Voltairs Motto: Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige.

Ihr Debütroman 'Mauszeit', ein Fantasy-Roman ab 10 Jahren, erschien im März 2009, danach im September: 'Aufgewachsen in Karlsruhe in den 60er und 70er Jahren'

Außerdem gewann `Wehen' den 2. Preis des DeLia-Kurzgeschichtenwettbewerbs 2006 und 'Der Duft von Mord' den 5. Preis des Kurzkrimi-Wettbewerbs der Karlsruher Stadtbibliothek.


http://www.kampermann.de


Karlsruhe, 03.03.2010

Letztes Jahr wurde Ihr erster Jugendroman Mauszeit veröffentlicht. Worum geht es in dieser Geschichte?

Die Erdachse ist festgerostet, der Sommer will nicht enden, die Pflanzen drohen zu verdorren. Zeitmäuse sind für die Ausrichtung der Erdachse verantwortlich. Marlie und die Zeitmäuse Tempo, Reimo und Archie der Zauberer dringen ins Erdinnere, um den Prinzen Horatio von Mausopotamien aus den Klauen des bösen Zwerges Rizinus zu befreien, damit der Prinz, der als einziger die Hitze im Erdinnersten erträgt, die Erdachse mithilfe von Rostumwandler lösen kann.



Haben Sie die Thematik bewusst gewählt oder ist der Zusammenhang mit der globalen Erwärmung zufällig?

Ich war schon als Jugendliche im Naturschutz tätig und interessiere mich bis heute für Umweltthemen, daher war das kein Zufall.

Nach Angaben des Verlages sind Sie Biologin. Fließt das in Ihren Roman mit hinein?

Ja. Ich beschreibe aus der Sicht der Tiere. Die Menschen sind ihnen nicht übergeordnet. Alle naturwissenschaftlichen Bezüge sind ordentlich recherchiert. In Dan Browns Meteor gehören die Asseln zu den Insekten, es sind aber Krebstiere. Solche Fehler passieren mir nicht. Außerdem habe ich alle Sprichworte an die Tiere angepasst. Die Mäuse folgen auf den Pfoten.

Wollen Sie mit Ihrem Buch Botschaften vermitteln oder eher unterhalten? Das Buch ist sehr spannend, es liest sich flott bis zur letzten Seite. Aber ich lese auch einen Anspruch auf Informationsvermittlung heraus, stimmt das?

Langweilige Bücher lese ich nicht, deshalb will ich zuerst unterhalten. Natürlich ist fast jedes Jugendbuch pädagogisch wertvoll, doch es darf nicht so wirken. Die Leser sollen lernen, ohne es zu merken und nicht genervt werden. Wenn mein Buch fesselt und die Leser zudem anregt, selbst über Umweltthemen nachzudenken, bin ich glücklich.
Mauszeit hat in RaumK ja eine sehr gute Rezension erhalten. Sie haben viel Fantasie, wie sind Sie ausgerechnet auf Mäuse gekommen?

Ich brauchte kleine Tiere. Spinnen finde ich zwar sehr interessant, aber die meisten Menschen ekeln sich davor, Mäuse sind niedlicher. Vielleicht schreibe ich irgendwann ein Buch über Spinnen, um sie beliebter zu machen. Schließlich sind sie große Webkünstler und sehr nützlich.

Liegen Ihnen Tiere am Herzen?

Ja, in dem Buch, an dem ich gerade arbeite, geht es unter anderem um Haie und Piranhas. Diese Fische haben einen schlechten Ruf, dabei sind Piranhas reine Aasfresser und auch fast alle Haifischarten fressen Aas oder Plankton. Es werden mehr Menschen von Kokosnüssen erschlagen als von Haien gefressen und die Palmen werden deshalb nicht gefällt.

Sie haben das Fantasy-Genre gewählt. Was bedeutet Fantasy für Sie?

Neue Welten zu erfinden oder unsere Welt fantasievoll erscheinen zu lassen. Ich wollte immer viel verreisen, weil das aber mit Familie nicht so einfach ist, erfinde ich mir meine Welten eben selbst. Henry Rousseau ist auch nie im Dschungel gewesen und hat wunderschöne Bilder davon gemalt.

Halten Sie auch Lesungen?

Ja und ich bringe drei lebendige Mäuse mit. Letztes Jahr hatte ich gleich zwei Termine im Prinz-Max-Parlais, weil sich so viele Klassen angemeldet haben.



In Ihrem Buch Aufgewachsen in Karlsruhe haben Sie einen realen Ort beschrieben. Was zeichnet diese Stadt für Sie aus?

Ich liebe Karlsruhe wegen des Hardtwalds und weil ich hier aufgewachsen bin. Meine persönlichsten Erinnerungen verbinde ich mit dieser Stadt. Das Buch ist kein Stadtführer, sondern soll bei den Lesern ähnliche Erinnerungen hervorrufen.

Vielen Dank!