Städtetrip nach Weimar und Erfurt vom 3.-6.6.2010
Bericht aus dem Tagebuch des Freizeitclubs Karlsruhe
03.-06.06.2010: In Thüringen liegen viele Kulturschätze nah beieinander und vor uns lag ein wunderschöner, erlebnisreicher, entspannender Kurzurlaub im Vier-Sterne-Wellnesshotel direkt am Rennsteig.
Donnerstag, 3. Juni 2010
Stadtbesichtigung in Alsfeld
Und endlich: pünktlich zum Reisebeginn nach all dem Regen, schönes Wetter und Sonnenschein. Morgens kletterten wir in den Bus, in der Mittagspause unterwegs ließen wir uns in die märchenhafte Fachwerkstadt Alsfeld entführen, schlenderten mit einem Stadtführer durch die idyllischen Gassen und bewunderten die schöne historische Altstadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern.
Alsfeld lag einmal an einer Handelsstraße, die von Frankfurt durch die Wetterau über Alsfeld nach Leipzig führte. Dadurch entwickelten sich Handel und Zünfte in der Stadt, die Bürger wurden reich und bauten schöne Häuser. Über 400 Fachwerkhäuser sind heute noch erhalten und so erhielt Alsfeld als eine von europaweit fünf Städten im Jahre 1975 die Auszeichnung "Europäische Modellstadt für Denkmalschutz".
Wir besuchten auch die Kirche, die uns allen sehr in Erinnerung bleiben wird, nicht etwa wegen ihrer Schönheit und Geschichte, von der wir leider nix erfuhren. Wir waren nämlich während der Ruhepause eingetreten, woraufhin sich der Städteführer und der Kantor mitten in der Kirche vor uns einen lautstarken Streit lieferten. Danach schoss der Kantor wütend zur Orgel und haute derart in die Tasten, dass man kein Wort verstehen konnte und wir die Flucht ergriffen. "Der macht das schon seit 20 Jahren so," ärgerte sich der Stadtführer. Allerdings wusste er auch keine Antwort auf meine Frage, warum er denn die Kirchenbesichtigung nicht am Schluss der Stadtführung nach Ende der Ruhezeit mache und das Schild mit den öffnungszeiten respektiere. Merkwürdige Sitten in der Märchenstadt, die die Schönheit der Gebäude und der idyllischen Ecken überschatteten und keinen guten Eindruck hinterließen.
Relaxen und Schlemmen im Viersterne-Hotel
Einen wahrhaft guten Eindruck hingegen hinterließ unser schönes Viersterne-Hotel, das seinen Versprechungen auf der Internetseite wahrhaft gerecht wurde. Gute Zimmer. Toller Ausblick. Eine riesengroße, gepflegte Wellnessanlage mit einem schönen Schwimmbad. Und ein wahrhaft phantastisches Büfett, bei dem alle guten Vorsätze sofort ins Wanken gerieten...
Freitag, 4. Juni
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10 Uhr Abfahrt. Zeit genug, um eine Runde zu schwimmen und das Aquajogging mitzumachen. Eine große Runde fand sich ein, die mit viel Spaß durch das Wasser hüpfte und ruderte und Wellen schlug. Strahlende Gesichter am Büfett.
Im Bus erwartete uns bereits der kompetente und sympathische Reiseführer, der uns heute und morgen begleiten und die Schönheiten seiner Heimat nahe bringen wollte. Wir hatten viel Menge Spaß mit ihm, seinen humorvollen Anekdoten, den Goethe-Zitaten, seinem Thüringer Dialekt und auch wegen seiner Angewohnheit, gerne rechts und links zu verwechseln, bekamen aber auch eine Menge fundierter Informationen mit auf den Weg.
Die erste Station war Weimar. Der Kopf schwirrte mir von all den Goethe- und Schillerstätten, während Kutschen an uns vorbeifuhren. Wir sahen den Marktplatz mit dem Rathaus, schlenderten vorbei am Lucas-Cranach-Haus, der Hofapotheke und dem Hotel Elephant, standen auf dem Platz der Demokratie mit Blick zum Residenzschloss, zum Fürstenhaus und zur Anna Amalia Bibliothek, bewunderten Weimars berühmtesten Gingkobaum, spazierten durch den Ilmpark mit Goethes Gartenhaus und an seinem Wohnhaus vorbei, durch die Schillerstraße bis zum Schillerhaus, und natürlich sahen wir auch den Theaterplatz mit dem Goethe-Schiller-Denkmal und dem Bauhaus-Museum.
Weiter nach Erfurt
"Erfurt ist wieder ganz anders", hatte uns der Städteführer erklärt. "Erfurt ist die Stadt der Brücken". Tatsächlich. Wir waren entzückt. Am Domplatz stiegen wir aus und bewunderten das in Europa einzigartige majestätische Ensemble von Marien-Dom und Severi-Kirche. Wir folgten unserem Städteführer durch die malerischen Straßen mit den interessanten Bürgerhäusern, Kirchen und Türmen, und den idyllischen Rasenflächen zwischen den Wasserarmen der Gera. Die sind ein schönes städtebauliches Element, das ein wenig an Venedig erinnert und für viele Brücken sorgt.
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Mittlerweile war es später Nachmittag, müde und zufrieden kletterten wir wieder in den Bus, man traf sich wieder beim reichhaltigen Büfett. Begeistert futterten wir uns durch und gingen anschließend in die Hotelbar, wo wir viel Spaß hatten mit Mario Scherzel, einem spontanen schlagfertigen außergewöhnlichen Alleinunterhalter.
Mario machte aus seinem Programm eine Mischung aus Quiz und Unterhaltung, reimte aus dem Stegreif Lieder über die Gäste, bezog Diethard als zweiten Gitarristen mit ein und holte schließlich auch noch Paul, einen Gast, unter dem stürmischen Beifall des Publikums auf die Bühne. "Schade, dass der so weit weg wohnt," bedauerte die Gruppe. "Den würden wir gern öfter erleben."
Samstag, 5. Juni
Glasbläserei, Oberhof und Arnstadt
"Sie werden eine humorvolle Stunde in der Glasbläserei erleben, wie sie sie noch nie gesehen haben", hatte unser Reiseleiter versprochen. Recht hatte er. Wir nahmen Platz, fast wie im Theater. Fasziniert sahen wir zu, wie das Glas erhitzt und in Form gezogen und geblasen wurde und hatten viel Spaß bei den markigen Sprüchen, während wir die schönen Anhänger für Ketten und sonstige hübsche Sächelchen bewunderten.
Dann gings nach Oberhof zu dem bekannten Wintersportort Oberhof, direkt am Rennsteig gelegen.
Dort wurden gerade die Vorbereitungen für ein PUR-Konzert getroffen und es war nicht einfach, die Erlaubnis zu bekommen, die Sportstätten zu betreten. Einige andere Touristen mussten draußen bleiben, doch unser Gästeführer hatte so seine Beziehungen, wir kamen durch.
Noch eine Bratwurst, dann gings weiter nach Arnstadt. Ein Flohmarkt empfing uns, Dixielandmusik, nette Atmosphäre. Ein kurzer Abstecher zum Goethedenkmal, eine Rast in der weißen einladenden Bachkirche, ein Spaziergang durch den Park.
Zur Kaffeezeit waren wir zurück. Die einen genossen ihre gebuchten Anwendungen, viele trafen sich im Schwimmbad, zogen ihre Runden, ließen es sich gutgehen in der entspannenden Atmosphäre, bis man sich beim reichhaltigen Abendbüfett wieder traf.
Sonntag, 6. Juni
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Viele Treppen führen zur Festung empor, deren aufwändig restaurierten historischen Räume in einer einstündigen Führung besichtigt werden können.
Unser letzter Sightseeingpunkt. Ab in den Bus. Auf nach Hause. Zufriedene müde Gesichter"Wann fahren wir wieder weg? Und wohin?" Ideen und Wünsche gab's genug, mein Schreibblock füllte sich, die Zeit verging wie im Flug.
Die Sonne begleitete uns bis Hessen, dann brach der große Regen an. Umso mehr freuten wir uns über das Glück, das wir mit dem Wetter in unserem Kurzurlaub gehabt hatten. Und was wir mit den Brückentagen im nächsten Jahr machen? Die Planung läuft : )
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Quelle: Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, Daten und Fakten 2009
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