Köpfe der Region


Toni Feller

Autor und Kriminalbeamter


Toni Feller arbeitet seit 1977 als Hauptkommissar bei der Mordkommission des Polizeipräsidiums Karlsruhe. 1994 veröffentlichte er den ersten Gedichtband. Neun weitere Bücher folgten mit Gedichten und Kurzgeschichten, sowie 2 Abenteuer-Reisebücher über Nepal und Tansania. Parallel dazu schrieb er bis heute 10 Bühnenstücke, die allesamt aufgeführt wurden oder noch werden. 1999 und 2001 erhielt er in der Sparte Prosa für zwei Kurzgeschichten Autorenpreise. Sein Buch mit authentischen Kriminalfällen "Die Samaritermaske" wurde von mehreren Verlagen veröffentlicht. Zwei Kriminalfälle daraus wurden verfilmt und vom Sender VOX in der Sendereihe "Spurensucher" ausgestrahlt.


http://www.toni-feller.de


Karlsruhe, 11.02.2010

Wie bringen Sie Ihren sicher nicht leichten Beruf als Kriminalbeamter und Ihre Tätigkeit als Autor unter einen Hut?

Die Schreiberei war bis vor kurzem eigentlich mehr ein Hobby, wenn gleich auch ein sehr Zeit füllendes. Ich schreibe meist an den Wochenenden oder während meines Urlaubes. Manchmal auch nach Feierabend. Dabei versuche ich möglichst rationell zu schreiben. So habe ich z.B. mein erstes Bühnenstück innerhalb von drei Tagen geschrieben.

Was war bisher Ihr größter Erfolg?

Schwer zu sagen. Mein erster Lyrikband war schon ein gigantischer Erfolg. Er ging weg wie warme Semmeln. Dann kam mein erstes Bühnenstück, das an D´ badisch Bühn in Karlsruhe ca. 80mal gespielt wurde. Weitere Bühnenstücke wurden sehr erfolgreich in ganz Deutschland und zum Teil auch im Ausland aufgeführt. Schließlich verhalf mir mein Buch "Die Samaritermaske" zu einem echten Durchbruch als anerkannter Autor.



Das hört sich aber stressig an?

Ist es nicht wirklich. Es macht nach wie vor Spaß und das ist das Wichtigste bei der Sache.

Was schreiben Sie am liebsten?

Als ich 1994 anfing, war Lyrik das non plus ultra. Dann kamen die Bühnenstücke, die mir unheimlich Spaß machten und jetzt ist es der erste richtige Kriminalroman, der mich beim Schreiben unheimlich fesselt.

Wenn Sie sagen "bis vor kurzem", hat sich da etwas bei Ihnen geändert?

Ja, ich arbeite momentan an drei Projekten gleichzeitig und das artet nun schon in einen echten Nebenberuf aus.
Verraten Sie uns, um welche Projekte es sich handelt?

Das ist kein Geheimnis. Ich schreibe zurzeit einen Kriminalroman, parallel dazu an einem Bühnenstück für eine Laienspielgruppe und letztlich noch an einem weiteren Buch authentischer Kriminalfälle.

Woher nehmen Sie die Motivation und die Ideen zum Schreiben?

Es macht einfach Spaß, Menschen an etwas teilhaben zu lassen, das man ganz allein geschaffen hat. Wenn ich z.B. in einem Theatersaal sitze und 600 Menschen über Gags lachen, die ich zu Papier gebracht habe, dann ist das Motivation genug, um nach Hause zu gehen und gleich das nächste Stück in Angriff zu nehmen.
Die Ideen gibt mir das Leben. Mann muss nur ein guter Beobachter sein.

Wie kamen Sie zum Schreiben?

Schon als kleiner Junge habe ich gute Aufsätze geschrieben. Als Jugendlicher schrieb ich für meine Angebeteten Gedichte, die diese jedoch nie zu sehen bekamen. Das hat sich irgendwie fortgesetzt, so dass ich 1994 auf Zuspruch zweier Bekannten meinen ersten Lyrikband veröffentlichte.

Führen Sie auch Lesungen durch?

Selbstverständlich, und ich mache das sehr gerne. Inzwischen hatte ich so an die hundert Lesungen. Meistens lese ich humorige Gedichte und Kurzgeschichten, die aus meiner Feder stammen.

Gibt es da noch Platz für andere Hobbys?

Ja, seit ein paar Jahren habe ich mich noch der Reiterei verschrieben. Dies allerdings nur in begrenztem Maße.

Wie gefällt Ihnen Karlsruhe?

Karlsruhe nennt man ja auch die Beamtenstadt. Ich habe sie hauptsächlich durch meinen Beruf als Polizist kennen gelernt und kann sagen, dass die "Welt" in dieser Stadt noch größtenteils in Ordnung ist. Wenn man die Kriminalitätsrate Karlsruhes mit anderen Großstädten vergleicht, dürfte die Stadt besonders gut abschneiden.
Als echtes "Landei" komme ich in meiner Freizeit nur gelegentlich nach Karlsruhe. Mich ziehen die verschiedenen Theater, das Schloss, die Kunsthalle aber auch die Lokalitäten in der Innenstadt an. In der Schauburg kann man Filme sehen, die woanders nicht gezeigt werden. Das finde ich super.