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"Wir sind auf dem richtigen Weg"

Studie des Landes Baden-Württemberg beleuchtet Situation im Radverkehr

Wo steht Baden-Württemberg als Fahrradland, was macht eine dauerhafte und effiziente Radförderung aus? Mit einem Qualitätsmanagement als Baustein des landesweiten Fahrradmanagements möchte das Land künftig den Erfolg der eigenen Radverkehrspolitik sowie die der Kommunen messen. In einem ersten Schritt für diese Wirkungskontrolle wurde seit Sommer 2009 eine Nullanalyse zur Ermittlung des Status Quo durchgeführt, deren Ergebnisse das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr heute der Öffentlichkeit vorgestellt hat (siehe Pressemeldung vom 2. Dezember 2010). Anhand eines Indikatorenkatalogs zu Themen wie Fahrradnutzung, Sicherheit, Infrastrukturangebote sowie Fahrradklima wurden elf Städte und drei Landkreise einer umfangreichen Bestandsaufnahme und Bewertung hinsichtlich der Situation des Radverkehrs unterzogen. "Die Nullanalyse zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und bereits viel erreicht haben", kommentiert Bürgermeister Michael Obert die Ergebnisse. Die Analyse untermauere das, was in der Politik und in der Bevölkerung bereits als "Grundstimmung" wahrgenommen wurde, mit Zahlen und Fakten: Das Fahrradklima und die Gesamtsituation des Radverkehrs in Karlsruhe, die noch 2003 im Rahmen eines Städtetests des ADAC eher negativ bewertet wurde, haben sich deutlich verbessert.

Ziel der von der Planungsgemeinschaft Verkehr (Hannover) durchgeführten Nullanalyse war nicht ein Ranking zwischen den einzelnen Kommunen und Landkreisen, vielmehr sollen die Ergebnisse die landesweiten Verhältnisse widerspiegeln mit der Intention, Erkenntnisse für die Entwicklung auf Landesebene abzuleiten. "Die Untersuchung kommt für uns zum richtigen Zeitpunkt, begleitet und bewertet sie doch unser Engagement für den Radverkehr", freut sich Obert. Mit dem Radförderkonzept habe sich Karlsruhe 2005 konkrete Ziele für den Radverkehr gegeben, würdigt denn auch die Studie. Und sie belegt, dass die Radförderung bereits Früchte trägt: Bei den Radverkehrszählungen im Herbst 2009 wurden in Karlsruhe die meisten Radfahrer aller beteiligten Kommunen ermittelt.

Die Nullanalyse macht in Karlsruhe zahlreiche beispielhafte Aktivitäten zur Verkehrssicherheit aus, insbesondere die schulische Verkehrssicherheit mit der "Aktion Licht", dem "Fahrrad Fehler Fuchs" oder auch mit Aktionen zu "Mobil zum Ziel" sei vorbildlich. Allerdings fehle noch ein Gesamtkonzept zur Verkehrssicherheitsarbeit. Positiv hervorgehoben werden die infrastrukturellen Angebote wie Fahrradstraßen oder auch die Aufstellflächen für Radler an Kreuzungen, die das Radfahren begünstigen. Eigens erwähnt wird etwa der Verkehrsversuch Rheinstraße. Vergleichsweise wenig werde die Möglichkeit genutzt, Einbahnstraßen für Radfahrer in beide Richtungen zu öffnen, nur etwa ein Drittel sei für den Radverkehr gegenläufig befahrbar. Auf der einen Seite registriert wurde auf einer untersuchten Route eine "Grüne Welle für Radfahrer", auf der anderen Seite hat man aber an Kreuzungen auch lange Wartezeiten und unklare oder ungünstige Signalisierung ausgemacht. Noch Nachholbedarf habe Karlsruhe beim Fahrradparken.

Besonders erwähnenswert hielt die Studie innovative Aktionen, die das positive Klima für den Radverkehr prägen, etwa den Wettbewerb "Fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Karlsruhe" oder auch die Verlosung von Fahrrädern an Studierende mit Erstwohnsitz in Karlsruhe. Besonders gut schneidet Karlsruhe bei den "Serviceangeboten für den Radverkehr" ab. Hierfür stehen neben dem Mängelbogen für Rad- und Fußwege, der online ausgefüllt werden kann, die Leihfahrräder oder die Möglichkeit, Räder ohne zeitliche Einschränkung im ÖPNV mitnehmen zu können. Die Bürgerbefragung hat gezeigt, dass in der Öffentlichkeit die zahlreichen Aktionen der Stadt zur Öffentlichkeitsarbeit und die Serviceleistungen besonders gut ankommen.

Bürgermeister Obert: "Die Analyse listet neben dem bereits Erreichten auch Handlungsfelder auf, welche die Stadt im Rahmen ihres Radförderkonzeptes in den nächsten Jahren noch intensiver beackern muss". Insofern zeige sie auf, wo Karlsruhe derzeit stehe. "Wertvoll ist für uns zudem die ausführlichen Darstellung der Aktivitäten anderer Kommunen und Landkreise, denn einzelne Aktionen können Ideengeber für die eigene Arbeit sein", ergänzte Obert.

Quelle: Stadt Karlsruhe / Presse-und Informationsamt





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