Köpfe der Region


Wolfgang Walter

Hobbyfotograf


Wolfgang Walter, 1949 in Karlsruhe geboren, verheiratet 2 Kinder (33 und 39 Jahre alt) - soweit die technischen Daten, wie er selbst sagt.
Bis Dezember 2009 war er Werbeleiter einer großen öffentlich-rechtlichen Bausparkasse; Stichwort: "Papa wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden?"

Als "alter" Karlsruher weiß der Hobbyfotograf wo und wann er den Auslöser betätigen muss und so ist er immer auf der Suche nach aktuellen und interessanten Motiven.


http://www.extra-bold.de


Guten Tag Herr Walter. Haben Sie heute schon ein Foto geschossen?

Heute noch nicht, aber gestern ein paar Fotos beim Baden-Marathon in Karlsruhe.

Fidelitas Nachtlauf, Marathon, Public Viewing oder auch Draisinenrennen – der Sport selbst oder die Verbindung zum Sport sind zentrales Thema bei Ihren Fotos. Was reizt sie daran?

Über meinen Beruf war ich täglich mit der Organisation von Sportgroßveranstaltungen beschäftigt, so dass ich da direkt am Thema dran war. Aber auch ohne diesen Bezug bietet der Sport die Möglichkeit, Dynamik und Athletik am Boden, im Wasser oder in der Luft festzuhalten, aber auch Zeitgeist in den Fotos zu übermitteln. Wobei ich sagen darf, dass der Sport eine Domäne von mir ist, ich aber auch für Kultur, Kunst oder das normale Leben gern fotografiere; so zum Beispiel: während der KAMUNA oder das Museumsfest auf dem Hofgut Maxau.

Wenn man Ihre Fotos betrachtet, dann gefallen mir die vom normalen Leben am besten; die Momentaufnahmen, bei denen man denkt, als Beobachter mit Tarnkappe mitten im Geschehen zu stehen. Wie gelingt so etwas?

Jeder gute Fotograf hat da sicherlich seinen eigenen Stil, seinen eigenen Blick. Der eine mag Bilder in der Totale, ein anderer Motive, die angeschnitten sind. Mich reizen Fotos und Motive, die eine fotografische Berichterstattung zulassen. Ich freue mich über Fotos, bei denen man noch nach Jahren den Eindruck hat, es könnte gerade eben passiert sein, ich dokumentiere sehr gern Ereignisse im Bild.
So zum Beispiel den Fidelitas Nachtlauf, den 80km-Ultralauf in Karlsruhe, für den Sie seit vielen Jahren mit der Kamera über die Bahn ziehen. Macht es noch immer Spaß und gibt es etwas Neues? Denn in all den Jahren sollen die Sportler doch vor allem eines gemacht haben, Laufen!

[lacht]: Das stimmt – all die Jahre wird vor allem gelaufen. Dennoch ist jedes Jahr anders, die Stimmung und Atmosphäre, das Wetter, die Läufer und die kleinen Geschichten am Rande, die ich erhaschen möchte.

Ist dies vielleicht auch schon etwas wie Kultur?

Mit Sicherheit – Sport- und Lebenskultur! Die meisten Sportler, Künstler oder Kulturschaffenden, mit denen ich zu tun habe oder hatte, sind keine Profis. Es sind Menschen, die verschiedenen Berufen nachgehen. Sport und Kultur sind ihre Berufung, sind Wechselspiel zwischen zwei Welten.

Beobachtet man Sie bein Fotografieren, dann könnte man meinen, Ihnen sitzt ein wenig auch immer der Schalk im Nacken. Sie freuen sich, einen Schnappschuss gemacht zu haben.

Manchmal sehe ich ein Motiv und eine Situation und im Kopf läuft schon ein kleiner Film ab – man spricht auch vom Kino im Kopf - wie es weitergehen oder es gewesen sein könnte. Bevor ich dann den Gedanken freien Lauf lasse, drücke ich doch lieber schnell ab!
Könnten Sie sich vorstellen, auch einmal für die kulturell-literarischen Newcomer Karlsruher Lesefrühstück und AUTORiKA ins Felde zu ziehen?

Auf alle Fälle. Da ich die Macher sehr gut kenne, ist es für mich ein besonderes Vergnügen, die Worte in Bilder zu fassen!

Herr Walter, mit diesem gesprochenen Bild möchten wir uns für das Gespräch bedanken