Ausflüge & Erlebnisgeschenke - Ausflugtipps


Ausflug nach Calw

Autor: Friedemann Schäfer, Stadtführer

Eine lohnende kleine Reise führt uns in die schwäbische Stadt Calw im Nagoldtal. Vor einigen hundert Jahren durch den Holz- und Textilhandel noch wohlhabend und bedeutend, ist dort mittlerweile eine etwas beschaulichere Atmosphäre eingekehrt. Von Karlsruhe aus braucht man eine gute Stunde mit dem Zug.

Haben wir am Bahnhof die Brücke über die Nagold überquert, empfiehlt sich zunächst ein Abstecher nach links zur malerischen Nikolausbrücke mit einer gotischen Brückenkapelle.

Nun aber das Stück zurück und dann hinauf zum langgestreckten Marktplatz, dessen leicht ansteigende Fläche von vielen Fachwerkhäusern und der neogotischen Stadtkirche mit einer alten Linde gesäumt wird. Am oberen Ende mündet der Platz in die liebevoll sanierte Altburger Straße, von wo man auf der Straße oder über eine steile Treppe durch malerische Gärten einen früheren Stadtturm, den "Langen" erreicht. Er ist an Sommerwochenenden nachmittags geöffnet und gewährt nicht nur einen Einblick in frühere Gefängniszellen, sondern auch einen schönen Blick über die Stadt.

In der anderen Richtung, hangabwärts führen vom Marktplatz aus steile Gassen, z.B. die Nonnen- oder die Biergasse hinunter zur Lederstraße mit ihren Geschäften und zu einem kleinen Park an der Nagold oder, wieder jenseits der Nagold, zum Palais Vischer, dem Stadtmuseum u.a. mit kostbaren historischen Wohnräumen.

Das sehenswerteste Museum der Stadt ist jedoch das Hermann-Hesse-Museum am oberen Marktplatz. Der große Dichter und Literatur-Nobelpreisträger (u.a. "Steppenwolf", "Siddhartha") ist in Calw geboren und aufgewachsen. Zwar nahm er bald Reißaus vor der engen, pietistisch geprägten Atmosphäre seiner Heimatstadt, doch vergaß er seine Wurzeln nie. Das Museum ist in einem alten Stadtpalais, dem "Haus Schüz" mit schönem Treppenhaus untergebracht und erzählt in neun sorgfältig und liebevoll eingerichteten Räumen mit sehr persönlichen Exponaten alles über den Dichter.

Wer nun noch etwas Schwarzwaldnatur schnuppern möchte, dem sei der Wanderweg durch den Stadtgarten und über den Gimpelstein zum "Schafott", einer mitten im Wald gelegenen Richtstätte empfohlen (ca. zwei Stunden hin und zurück).

Wer lieber noch weitere geschichtsträchtige Stätten entdecken will, kann auf der Heimfahrt schon an der nächsten Station, Hirsau, einen Zwischenhalt einlegen und hier die romantische, bald 1.000 Jahre alte Klosterruine, die Aureliuskirche oder das Klostermuseum ansehen.

Autor: Friedemann Schäfer, Autor, Stadtführer, Leiter des Klassik-Nachtcafes

Friedemann Schäfer, Jahrgang 1962, studierte Sozialarbeit und Verwaltungswissenschaft. Seit 2003 bietet er Stadtführungen in Karlsruhe an zu den Themen Klassizismus und Jugendstil. Auch ist er als Dozent für klassische Musik an verschiedenen Bildungsstätten tätig. Seit Februar 2004 gestaltet Friedemann Schäfer auch das Klassik-Nachtcafé in Karlsruhe und möchte damit nicht nur Kenner inspirieren, sondern auch Neugierige und bisher Skeptische "auf den Geschmack bringen".

Website: http://www.jugendstil-in-karlsruhe.de/
Email: ed.ehurslrak-ni-litsdneguj@SPAMofni





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